Schmuddelecken im Visier

Nach dem Essen fliegt der Müll aus dem Fenster, hier an der Feldstraße. Zwölf ASG-Leute arbeiten täglich gegen diesen Zeitgeist an.Foto:Markus Weißenfels
Nach dem Essen fliegt der Müll aus dem Fenster, hier an der Feldstraße. Zwölf ASG-Leute arbeiten täglich gegen diesen Zeitgeist an.Foto:Markus Weißenfels
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Was wir bereits wissen
Täglich kämpft die ASG gegen Abfall im Straßenraum und in den Grünanlagen an. Mancher lässt fallen, was gerade nicht mehr benötigt wird

Wesel..  Es scheint ein Naturgesetz: Kaum ein paar Monate eingeweiht, bietet die Büdericher Ortsumgehung einen unangenehmen Anblick: Autofahrer werfen Müll aus dem Fenster über die Leitplanken, eine Schmuddelstrecke entsteht. Eine von vielen. Für diese ist der städtische Betrieb ASG nicht zuständig, die Straße ist Bundessache. Andere Orte halten die zwölf Mitarbeiter, darunter den „Reinflitzer“, schon in Atem: Zwei bis drei Mal täglich klingelt bei der städtischen Tochter das Telefon, melden Bürger vermüllte Stellen in der Stadt. Tag für Tag ist die Straßenreinigung unterwegs, um die Lage im Griff zu behalten, denn alle Wissen: Müll zieht Müll an.

Zum Team gehört auch der scherzhaft von den Kollegen „Reinflitzer“ genannte Mitarbeiter, der versucht, die Verursacher zu ermitteln. Alte Briefumschläge oder Adressenaufkleber der Zeitschriften können Hinweise sein. „Wir leiten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein“, erläutert ASG-Chef Ulrich Streich das Vorgehen. Ertappte Müllsünder müssen für die Entsorgung aufkommen. Sind sie Ersttäter, stellt die ASG zumindest das Verfahren gegen sie ein. „Die meisten fallen dann nicht wieder auf“, so Streich.

Es gibt Stellen, an denen Leute besonders gern ihren Abfall entsorgen: Am Wendehammer hinter dem Schnellrestaurant an der Schermbecker Landstraße beispielsweise. Obwohl die ASG und das Unternehmen selbst regelmäßig dort aufräumen, wächst der Müll stetig, „das ist ein Fass ohne Boden“, sagt Streich.

Weiterer Brennpunkt: Der Dorotheenpark in der Feldmark. Berufsschüler ziehen in den Pausen zum Markt, kaufen Essen und entsorgen den Abfall auf dem Rückweg im Park. „Im Sommer könnten wir einen Mitarbeiter komplett dafür abstellen.“ Die Kunden des Hamburgerladens am Arbeitsamt neigen dazu, ihren Abfall am Seeweg und Umgebung fallen zu lassen. Und der Montagmorgen am Auesee bedeutet, den Dreck der Besucher zu entsorgen. Auf der Liegewiese, aber auch am Tauchereinstieg, wo Reste der Grillfeten liegen bleiben.

„Es ist ein gesellschaftliches Problem“, meint Streich. „Fast überall gibt es Papierkörbe, aber sie werden nicht genutzt.“ Spreche man die Leute an, fühlten die sich sogar im Recht. „Viele sagen, dafür zahlten sie ja Steuern...“