Schermbecker erobern Grüne Woche

Werben für den Niederrhein (von links): Der Schermbecker Bauer Gerd Graaf, NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Landrat Dr. Ansgar Müller.Foto: Thomas Michaelis
Werben für den Niederrhein (von links): Der Schermbecker Bauer Gerd Graaf, NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Landrat Dr. Ansgar Müller.Foto: Thomas Michaelis
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Was wir bereits wissen
Mit der Genussregion Niederrhein und „Feines vom Land“ stellen Unternehmer aus der gesamten Region ihre Produkte auf der Berliner Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Co. vor

Schermbeck/Berlin..  Eine kleine Gemeinde vom Niederrhein macht sich auf, Berlin zu erobern: Schermbeck!

Mehr als 1200 Aussteller aus aller Welt präsentieren sich in diesen Tagen auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin – der weltweit größten Fachausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Co. Und Schermbeck ist gleich mit drei Repräsentanten dabei: Kräuterexpertin Jutta Becker-Ufermann, Bauer Gerd Graaf und Forellenzüchter Markus und Jennifer Naroda.

Wat is denn dette – das war an den Ständen und auf der Show- Bühne in der NRW-Halle, in der „Feines vom Land“ und die Genussregion sich präsentierten, denn auch immer wieder zu hören.

Regionale Spezialitäten haben die Berliner auch, klar, aber was sind Spreewalder Gurken wenn Gerd Graaf seine süß-sauer eingelegten Rüben dabei hat? Und so ein feines Rote-Beete-Schaum-Häubchen auf einem bodenständigen Selleriesüppchen – oh là là!

Kulinarisch ungeschliffener Diamant

Am Samstag hatten die Narodas ihren Auftritt auf der Show-Koch-Bühne. Starkoch Markus Haxter aus Bergisch Gladbach zauberte und bewies genussvoll, dass man frisch geräucherte Forelle nicht nur kalt essen sondern mit ihr auch kochen kann. „Und wo habbta jetzt dat Bier dann dazu?“ fragten die Berliner – kein Problem: Walter Hüsges war ja auch da und hatte sein Dinkel-Bier mit dabei, den „Weseler Brückenschlag“ und auch noch das ein oder andere Fläschchen Bock.

Derweil legte Jennifer Naroda nach. Häppchen-Teller mit kleinen verführerischen Schwarzbrottalern und diesem frischen Creme-Belag oben drauf. „Das ist frisch geräuchertes Forellenfilet mit Frischkäse, leicht miteinander vermengen, Salz und Pfeffer, fertig.“

Knapp sechs Kilo Mousse hat Markus Naroda bei seinem Auftritt in Berlin unter die Leute gebracht, erzählte dabei vom reinen Quellwasser, das der Familienbetrieb für seine Forellenzucht nutzen kann und dass Fischwirt einer der schönsten Berufe überhaupt ist.

Vor 40 Jahren hat alles mit einem kleinen Teich angefangen, inzwischen produziert der Familienbetrieb etwa 80 Tonnen Forellen im Jahr. In den vergangenen Monaten haben die Narodas begonnen, die Anlage zu modernisieren und aufzurüsten – alle Teiche haben eine neue Folie bekommen, neue Bänke und Tische sind da, der Schlachtraum ist nagelneu und eine Bruthalle ist auch dazu gekommen.

Nach wie vor fahren die Narodas die regionalen Märkte der Region an (u.a. freitags in Loikum, samstags in Wesel).

„Was bei den Leuten super ankommt, sind die Feierabendmärkte“, sagt Jennifer Naroda. So einer wie in Gelsenkirchen-Buer. „Jeden Donnerstag von 16 bis 20 Uhr vor der Domplatte. Mit vielen Ständen und Sitzmöglichkeiten, einkaufen, essen, Musik hören, genießen. Alles zusammen. Eine Idee, die wir eigentlich auch mal an den Niederrhein holen könnten...“

Weit weg vom Niederrhein wird heute Jutta Becker-Ufermann das Sauerkraut an die Spree bringen. Und weil die niederrheinischen Genuss-Experten sich inzwischen bestens mit- und untereinander vernetzen, wird die Kräuterfrau aus dem Dämmerwald eine feine Liaison von weißem Kraut und süßem Malzbier aus der Hamminkelner Feldschlösschen Brauerei servieren.

„Der Niederrhein ist kulinarisch noch ein ungeschliffener Diamant“, so Monika Stallknecht und Thomas Michaelis vom Organisationsteam Genussregion und „Feines vom Land“. „Es macht unglaublichen Spaß, den nach und nach zu heben.“