Salz für die Schiffe

Hier wird Salz wird geladen.                                                                                                                                                   Foto: Markus Joosten
Hier wird Salz wird geladen. Foto: Markus Joosten
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Verlader Uwe Wedeking sorgt mit seinen Kollegen dafür, dass der weiße Bodenschatz, der in Borth abgebaut wird, in Wesel auf die Frachter kommt. Ein Besuch im Stadthafen

Wesel..  Wesels Hafen wird wuseliger. Das könnte man so sagen, wenn man sieht, dass dort seit einiger Zeit mehr Betrieb herrscht. Und das, obwohl die Großbaustelle aufgehoben ist. Was man sieht, sind ruhende Schiffe, sich bewegende Bagger und Förderbänder.

Und Menschen natürlich. Um die 60 von ihnen arbeiten für die alteingesessene Firma Hülskens, schätzt Klaus Lorenz. Er hat die Hafenaufsicht inne und von seinem Büro-Container auf Stelzen das Treiben im Blick. Futtermittel werden hier verladen, Kies und Sand und neuerdings auch Salz. Seine dafür zuständigen Kollegen heißen entsprechend Verlader.

Uwe Wedeking macht das schon lange. Seit 36 Jahren ist der Weseler bei Hülskens. Autoschlosser hat er gelernt, dann in Ossenberg Salz verladen. Nun macht er das im Stadthafen, wo die Abbau-Firma Esco die nagelneue Salzverlade-Anlage nutzt. Das sind andere Bedingungen als bisher: Eine neue, moderne Technik ist zu bedienen. Der 56-Jährige hat sich da ebenso schnell eingearbeitet wie sein ein Jahr jüngerer Kollege Wolfgang Fratz, der mit hierhin gewechselt ist und sich mit ihm im Schicht-Dienst zwischen 6 und 21 Uhr abwechselt.

Der Arbeitsplatz der beiden ist ähnlich „erhaben“ wie der von Klaus Lorenz. Von ihrer Kommandobrücke auf dem Kai-Gelände blicken sie auf das Absetzerband und den wie ein Rüssel über den Ladeluken des angelegten Schiffes hängenden Beladebalg. Das eingehauste und so vor Wind und Feuchtigkeit geschützte Förderband transportiert Salz aus einem per Lkw-Ladungen gefüllten Bunker und führt es durch eine Art Rüssel in den Frachtraum des Schiffes.Mit einer Fernbedienung können die beiden Verlader diese Einrichtungen passgenau dirigieren.

Bevor es soweit ist, ist bereits eine Menge geschehen. Da hat Esco in Borth das zu beladende Binnenschiff in Wesel angemeldet. Auf dem Bildschirm an seinem Arbeitsplatz sieht Uwe Wedeking, was da quasi auf ihn zukommt: Um welches Schiff es sich handelt, welches und wieviel Material es lädt, wer der Empfänger ist, wie der Zielort heißt.

Hat es angelegt, wird der Schiffsführer kontaktiert und sein Fahrzeug kontrolliert: „Ob der Laderaum gesäubert ist oder es eventuell Reste der vorherigen Ladung gibt“, sagt Wedeking. Fotos dokumentieren den Zustand. Ist alles in Ordnung, kann das Verladen beginnen. Laster bringen das Borther Salz heran. Sie fahren in die Anlieferungshalle, ein schlanker Turm mit hölzerner Oberfläche, in welcher der beim Abkippen entstehende Staub abgesaugt wird.

Durch einen Trichter rieselt das Salz in den Tiefbunker, gelangt von hier aus über das Transportband aufs Schiff. Neun Lkw bringen im Transportkreislauf das weiße Gut heran. Auf dem Bildschirm lässt sich verfolgen, wo sie sich gerade befinden.

Einen ganzen Tag dauert es, bis der gerade am Kai liegende Holländer komplett beladen ist. Sollte es heftiger regnen, geht nichts mehr. Dann müssen die Luken zeitweilig dicht gemacht werden, gibt es Zeitverzögerungen. Ist der von den Verladern überwachte und zu dokumentierende Ladevorgang abgeschlossen, haben sie und der Schiffsführer Unterschriften zu leisten, bevor das Schiff dann ablegen kann und den Stadthafen wieder verlässt.

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