Rosen sind Sonnenkinder

Aufmerksam hören die Besucher des Rosenfestes Hausherr Rolf Clostermann zu.
Aufmerksam hören die Besucher des Rosenfestes Hausherr Rolf Clostermann zu.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Keine Frage, sie sind eine Augenweide. Und viele von ihnen duften auch noch obendrein: Rosen. Sonntag war das Rosenfest auf dem Neuhollandshof.

Wesel..  Sie sehen schön aus, tragen wohlklingende Namen und duften in vielen Fällen ganz wunderbar: Rosen. Auf dem Neuhollandshof der Familie Clostermann wachsen sie praktisch an jeder Ecke in den verschiedensten Versionen: rot, pink, gelb oder weiß, mal als Strauch, mal als Hecke, mal als Bodendecker, als Kletterpflanze an der Hauswand oder verspielt um einen Baum rankend. Zum Rosenfest am gestrigen Sonntag strömten zahlreiche Fans der dekorativen Gewächse auf den Bislicher Hof und ließen sich von Rolf Clostermann durch die Artenvielfalt führen.

Für ihn sind die Rosen Hobby, mit dem er vor rund 15 Jahren begann. Sein Vater hatte damals am Bodensee eine Obstplantage gesehen, auf der zahlreiche Rosen gepflanzt waren und auch von Winzern aus Bordeaux wusste Clostermann, dass sie ihre Weinfelder nur zu gerne mit den vielblättrigen, bunten Blüten bestückten – angeblich um an ihnen zu erkennen, ob dem Wein Schädlinge drohen. Doch nicht um seine Obstbäume zu schützen, sondern einfach nur, weil er es schön fand, beschloss er, es ihnen gleichzutun: „Ich dachte es wäre eine tolle Idee, das auf unserer Plantage auch zu machen. Ich war ganz fasziniert davon und dann hab ich einfach losgelegt“, erklärt der heute 57-jährige Obstbauer.

Von Anfang an hatte Rolf Clostermann eine Prämisse unter der er die Rosen gepflanzt hat: „Ich wollte nur Rosen haben, die keine Krankheiten bekommen.“ Deshalb hat er fast ausschließlich sogenannte „ADR“-Rosen gepflanzt. Die Abkürzung steht für „Allgemeine Deutsche Rosenneuzüchtung“, ein Siegel mit dem nur besonders blühwillige und robuste Sorten ausgezeichnet werden. „Mit einer ADR-Rose können Sie nichts falsch machen“, rät er deshalb den rund 40 Leuten, die sich von ihm durch seinen Rosenbestand führen ließen. Allerdings hätten die besonders robusten Rosen häufig einen entscheidenden Nachteil: Sie duften nicht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, so etwa die „Postillion“, ein übermannshohes Gewächs mit großen, gelben Blüten, das unter anderem als Hecke auf dem Hof wächst. „Das ist eine eierlegende Wollmilchsau“, scherzt Clostermann „die bekommt keinen Mehltau, wenig Sternrußtau, blüht immer und duftet stark.“

Die meisten anderen seiner Rosen fallen durch ein bestimmtes Attribut auf. So etwa die „Freisinger Morgenröte“, die im Verlauf ihrer Blüte ein besonders buntes Farbenspiel durchläuft: Anfangs ist sie dunkelrot mit einer gelben Mitte, später wird sie immer heller bis sie innen fast weiß und an den Außenkanten der Blütenblätter hellrosa ist. Oder „Gärtnerfreude“: eine himbeerfarbene Rose, die als Bodendecker wächst. Clostermann: „Die hatte noch nie Sternrußtau!“

Tipps für die Gäste

Was Rosen betrifft, ist er Autodidakt, hat sich also alles selbst beigebracht, und ist gern bereit, den Gästen Tipps für das heimische Rosenbeet mit auf den Weg zu geben: „Setzen Sie neben jede leuchtende Rose eine gut duftende, das merkt kein Mensch“, lautete einer davon. Ein anderer: „Wenn Sie es übers Herz bringen können, schneiden Sie einzelne Blüten ab, kurz bevor sie ganz verblüht sind. Dann geht mehr Energie in die übrigen Blüten.“ Auch sei ein halber Tag Sonne, absolutes Minimum und sollte bei der Wahl des Standortes bedacht werden, denn: „Rosen sind Sonnenkinder.“ Zudem brauchen sie unbedingt einen schweren Boden, zum Beispiel Lehmboden. Neben diesen Pflegetipps gab es auch Hinweise zur optischen Gestaltung: „Weiße Rose vor weißer Wand macht wenig Sinn“, so Clostermann. Helle Rosen eigneten sich eher für dunkle Ecken, rote Rosen sehen mit den blauen Blüten des Lavendel schön aus und ganz besonders hübsch sei es, eine Kletterrose mit einer Clematis zu kombinieren.