Rocken auch im Rollstuhl
12.05.2011 | 18:13 Uhr 2011-05-12T18:13:00+0200Wesel.Die Kölner Kämpgen-Stiftung unterstützt den Eselrock-Verein, damit das Festival im Heuberg-Park barrierefrei werden kann.
Noch gut eine Woche, dann steigt das Eselrock-Festival im Heuberg-Park. Das Bühnenprogramm steht längst, alles ist organisiert und in die Wege geleitet. Durchatmen ist für die Veranstalter des Eselrock-Vereins aber noch lange nicht angesagt. Im Gegenteil: Mit einer Nachricht, die am Mittwoch bei Simon Bleckmann und Co. ankam, gibt es nun wieder jede Menge neue Arbeit für die Mitglieder. Arbeit, die sie allerdings sehr gern erledigen. Das Festival soll nämlich barrierefrei und somit auch für Rollstuhlfahrer problemlos zugänglich werden.
In den vergangenen Jahren waren immer wieder auch Menschen mit Behinderungen beim Eselrock zu Gast. Den Organisatoren war es deshalb ein Anliegen, die Veranstaltung für diese Menschen angenehmer zu machen. Sie setzten sich deshalb mit einigen Rollstuhlfahrern zusammen, um deren Wünsche und Bedürfnisse für das Festival kennenzulernen.
Die Kämpgen-Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Das Kölner Ehepaar Johanna und Clemens Kämpgen rief sie 1983 ins Leben. Pro Jahr erhält die Stiftung rund 450 Anfragen und Anträge. Etwa 200 davon werden bewilligt und die entsprechenden Projekte finanziell unterstützt.
Mit vielen Ideen im Kopf suchten die Veranstalter nach einer Möglichkeit der Finanzierung und wurden auf die Kämpgen-Stiftung aufmerksam, bei der sie sich um die Übernahme der Mehrkosten bewarben. Am Mittwoch nun gab es eine positive Antwort von Seiten der Stiftung: Die Mehrkosten, die der Verein zur Schaffung der Barrierefreiheit hat, werden bezahlt.
Toilette
und Bodenplatten
Vieles haben die Vereinsmitglieder schon eingestielt, nun bleibt noch eine gute Woche, um die Ideen zu realisieren. So wird es etwa ein Podest geben, von dem aus Rollstuhlfahrer einen freien Blick auf die Bühne haben. Auf der Rasenfläche werden stellenweise Bodenplatten verlegt, da die Fortbewegung im Rollstuhl auf Rasen sehr mühsam ist. Auch den langen Weg zur Behindertentoilette im Heuberg-Park müssen Gäste mit Handicap nicht mehr auf sich nehmen: Eine behindertengerechte mobile Toilette wird aufgestellt. Neu ist zudem ein Bühnengraben, der Rollstuhlfahrern ermöglicht, mitten im Geschehen zu sein, ohne im Publikum „unterzugehen.“ Rampen an Bordsteinen sowie ein eigener Eingang für Menschen im Rollstuhl runden das Angebot ab.
Jetzt suchen die Mitglieder des Eselrock-Vereins noch nach einem Partner, der mit einem rollstuhltransportfähigen Transporter einen Shuttleservice vom Bahnhof oder nach Anmeldung aus dem Stadtgebiet anbieten kann.
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