Radwegfrage: Politik erhöht Druck

Die Bauarbeiten auf der Betuwe-Baustelle sind in vollem Gange.
Die Bauarbeiten auf der Betuwe-Baustelle sind in vollem Gange.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
SPD Wesel wendet sich wegen Neubau der L480 an Ratsfraktionen in Hamminkeln. Konkret geht es um Radwege, die Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest zwischen der L7 (ehemals B 8) und der B 473 ausgebaut haben möchte.

Hamminkeln/Wesel..  Diese Antwort gefällt Ludger Hovest ganz und gar nicht. Der Fraktionsvorsitzende der Weseler SPD hat Post von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek bekommen, der erklärt, dass im Rahmen des derzeitigen Mammut-Neubauprojektes an der L480 mit dem Bau zweier Radwege, die von der geplanten Brücke aus weiterführen sollen, nicht zu rechnen sei. Der Grund: Um schnellstmöglich umgesetzt zu werden, müssten sie in der Prioritätenliste, die der Regionalrat des Regionalverbandes Ruhr (RVR) aufgestellt hat, zumindest unter den ersten 30 Maßnahmen stehen. Stehen sie aber nicht. Was Ludger Hovest ändern möchte.

Konkret geht es um Radwege, die Hovest zwischen der L7 (ehemals B 8) und der B 473 ausgebaut haben möchte, weil man als Radfahrer ansonsten von der Brücke aus „im Nirgendwo“ lande. Das Problem: die Baumaßnahme steht zwar auf der Liste des RVR, allerdings nur in der Kategorie „weitere betrachtete Maßnahmen“ und nicht unter den Top 30. Deshalb sei „von einer eher langfristigen Realisierung der Radwege auszugehen“, heißt es in dem Schreiben. Dies sei „misslich“, schreibt Hovest nun in seiner Antwort an den Minister. Er vermutet, dass die „Verantwortlichen beim RVR die Brückenneubauten der Bahn über die Betuwe nicht berücksichtigt“ hätten.

Deshalb möchte der Fraktionsvorsitzende die Angelegenheit nun auf ein möglichst breites politisches Fundament stellen und hat mit seinen Parteigenossen gestern sowohl den SPD-Landtagsabgeordneten Norbert Meesters als auch sämtliche Hamminkelner Ratsfraktionen angeschrieben, „damit sie den notwendigen politischen Druck erzeugen, um den Radweg als zu realisierende Maßnahme in die Liste aufzunehmen“.

Die Arbeiten an der neuen L480 und die Vorbereitungen für die beiden Brückenpfeiler, die im Herbst errichtet werden sollen, schreiten währenddessen weiter voran.

Und auch im Landcafé Mutter Busch an der Diersfordter Straße wird gearbeitet, wenn auch derzeit „nur“ an den Wochenenden. Für die Dauer der Pächtersuche bieten die Eigentümer des Hauses, Barbara und Horst Laps, samstags und sonntags ein Frühstücksbüffet an.

Die Gespräche mit Interessenten seien bislang nicht erfolgreich gewesen. „Die Vorstellungen sind zu verschieden“, sagt Barbara Laps im Gespräch mit der NRZ. Die meisten seien an einer Abendgastronomie interessiert, so Laps. Das sei allerdings nicht möglich, so die Eigentümerin weiter.

Die Wochenendtermine seien indes ganz erfolgreich. „Es läuft ganz gut“,sagt Barbara Laps, die sich vor allem über eines freut: „Die Baustelle selbst macht im Übrigen keinerlei Probleme.“

Und der Neubau der L480 werde dem Café noch zugute kommen, glaubt Barbara Laps. „Weil dann keine Lkw mehr hier entlangdonnern.“ Wegen der zähen Gespräche möchte sie das Haus aber nun auch anderen Geschäftszweigen anbieten. Auch Büros, Praxen oder Geschäfte seien dort möglich, sagt die Eigentümerin.