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Pullover statt Horror-Video

05.12.2007 | 20:45 Uhr

BAUM-AKTIONEN. Müssen Wünsche genauer kontrolliert werden? Eine Weselerin hat Zweifel daran, ob das Wohl der Kinder stets recht bedacht wird.

KREIS WESEL. Die Weihnachtsbäume mit Kinderwünschen schießen praktisch allerorten aus dem Boden (die NRZ berichtete). In Hamminkeln waren nach einem einzigen Tag fast sämtliche hundert Wunschzettel abgepflückt. Aber es gibt auch kritische Stimmen. Sie habe an dem Baum im Rathaus den Wunsch eines einjährigen Kindes nach einem Kassettenrecorder entdeckt und den eines 15-Jährigen nach einem Gutschein von Saturn, zweifelt eine Weselerin an der Aktion. Beidem könne man doch nicht unkritisch nachgeben, meint sie. Das städtische Jugendamt müsse die Dinge genauer prüfen und auch gewährleisten, dass nicht in Wahrheit die Eltern statt des Kindes profitierten.

Das werde durchaus gemacht, heißt es sowohl in Wesel als auch im Hamminkelner Rathaus. So habe ein Wunsch auf einen "Gutschein für Schlecker" gelautet, sagt Rita Nehling-Krüger zur Aktion in Hamminkeln. In solchen Fällen würden die Absender aufgefordert, einen anderen, dem Kind angemessenen Wunsch zu nennen. Sie räumt ein, dass ihr ein Handy-Wunsch "durchgegangen" sein. Ihre Weseler Kollegin Uschi Bendow hat in Sachen Wünsche schon mal aus einem Horror-Video einen Pullover gemacht. Im Zweifel sollten diejenigen, die schenken möchten, anrufen, um sich abzustimmen, sagt sie.

Die Weselerin schenkt den Kinderkassettenrecorder nun doch: Sie wurde in der eigenen Familie überzeugt, dass der für Schlaflieder nützlich sein kann. (jo)

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