Projekt will Kindern Chancen geben

Hildegard Derksen (rechts) betreut und koordiniert das Bildungs-Coaching-Projekt. Roswitha Schut (links) und Ann-Christin Matzke sind zwei der bislang zehn Patinnen.
Hildegard Derksen (rechts) betreut und koordiniert das Bildungs-Coaching-Projekt. Roswitha Schut (links) und Ann-Christin Matzke sind zwei der bislang zehn Patinnen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Paten fördern Kinder der Böhlschule. Die Bilanz nach einem Jahr zeigt positive Resultate. Aber der Bedarf ist noch längst nicht gedeckt.

Wesel..  Die Probleme fangen ganz früh an. Es gibt Grundschulen, auch hier bei uns, an denen ein Drittel der Schüler ohne Frühstück zum Unterricht erscheint. Es sind nicht wenige Kinder, die schlechte Chancen haben. Um sie zu verbessern, ist vor einem Jahr ein Projekt gestartet, das die Stadt in Zusammenarbeit mit der Dingdener Akademie Klausenhof und mit Unterstützung des Chemie-Unternehmens Altana an der Innenstadtschule (Böhlschule) durchführt. Zehn Patinnen kümmern sich mittlerweile um jeweils ein Schulkind. Mit Erfolg - wie nach einer ersten Bilanz des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts deutlich wurde.

Roswitha Schut hat quasi einen gleitenden Übergang in dieses so genannte Bildungs-Coaching vollzogen. Die 66-jährige Erzieherin hat das Familienzentrum an der Beguinenstraße geleitet und sich, als sie in Rente ging, für das Ehrenamt beworben. Sie betreut eine Achtjährige, die sie schon aus dem Chor in der Kita kannte. Für sie hat sie einen Kinderchor gefunden, fördert ihr Blockflöte-Spiel und übt mit ihr unter anderem in der Stadtbücherei Lesen.

Auch mit Sorgen zur Patin

22 Jahre jung ist Ann-Christin Matzke, die gemeinsam mit ihrer Freundin Projekt-Patin wurde. Eine Ehrenamtsliste im Internet brachte sie auf die Idee. In ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin am Marien-Hospital erlebe sie die Kinder nur kurze Zeit und durch Krankheit eingeschränkt. Als Patin einer Zweitklässlerin sei das anders. Einmal in der Woche bastelt sie mit ihr, geht zum Schwimmen oder Schlittschuhlaufen. „Am Anfang hatte sie keine eigenen Ideen“, erzählt die junge Frau, die früher selbst die Böhlschule besuchte. Jetzt aber entwickle sich ihr „Patenkind“, genieße ihr wöchentliches Treffen. Die Patin als Bezugsperson: „Sie hat mich angerufen und mir zum Geburtstag gratuliert. Und sie kommt auch mit ihren Sorgen zu mir“, sagt Ann-Christin Matzke.

Sie und die anderen Paten haben ständig Kontakt mit Hildegard Derksen. Die Sozialpädagogin vom Klausenhof ist dienstags und donnerstags in ihrem Büro in der Schule, hat auch an anderen Tagen Termine mit Eltern, tauscht sich mit Lehrern und Schulleitung aus und erfährt von dort positive Resonanz. Sind weitergehende Hilfen notwendig, findet sie diese über ein Netzwerk.

Chancengleichheit und Persönlichkeitsentwicklung

Altana finanziert ihren Einsatz und kommt auch für entstehende Material- oder Fahrtkosten auf. Chancengleichheit ist die Zielsetzung. Das geht über reine Bildungsstandards hinaus, schließt die Förderung von Fähigkeiten und die Persönlichkeitsentwicklung ein.

Interessenten, die mehr erfahren möchten und mindestens 18 Jahre alt sein sollten, erreichen Hildegard Derksen so: 0281/ 16450802 oder derksen@akademie-klausenhof.de.