Problemfall Grünschnitt

Das kostenlose Angebot, auf dem ASG-Wertstoffhof Grünschnitt zu entsorgen, wird von den Weselern gern angenommen. Oft bilden sich lange Autoschlangen auf der Werner-von-Siemens-Straße. Nun soll gegengesteuert werden.
Das kostenlose Angebot, auf dem ASG-Wertstoffhof Grünschnitt zu entsorgen, wird von den Weselern gern angenommen. Oft bilden sich lange Autoschlangen auf der Werner-von-Siemens-Straße. Nun soll gegengesteuert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Herbst 2014 hatte der ASG eine Gebühr für Grünschnitt ins Gespräch gebracht, weil immer mehr Menschen zum Wertstoffhof kommen. Jetzt soll eine andere Lösung her.

Wesel..  Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Autokennzeichen mit einer geraden Nummer. Dann könnte es sein, dass Sie künftig nur noch an Samstagen mit geradem Datum Grünschnitt beim Wertstoffhof des ASG abliefern dürfen. Das ist nämlich ein Vorschlag von SPD-Ratsherr Felix Stephan, um die steigende Zahl der Kunden während der warmen Jahreszeit zu steuern und Staus auf der Werner-von-Siemens-Straße entgegenzuwirken. Im Betriebsausschuss (siehe Box) handelt es sich um eine von vier Ideen, die zur Diskussion stehen, nachdem im vergangenen Jahr bereits an die Einführung einer Grünschnittgebühr gedacht wurde. Die schien zunächst vom Tisch zu sein.

Weitere Möglichkeiten zur Verbesserung: 1. Die Verlängerung der Öffnungszeiten an Samstagen von 13 auf 15 Uhr. Eine bessere Verteilung oder gar Entzerrung ist nicht garantiert, heißt es in der Unterlage zur Sitzung. Außerdem könnte sich die Belastung der Nachbarbetriebe durch Staus noch erhöhen. Betroffen sind die Firma Pietsch, die Waschstraße, die Einrichtungen auf dem Hövelmann-Grundstück sowie demnächst die Betriebe im neu entstehenden Gewerbepark. Bei dieser Lösung müssten freitags nach 18 Uhr noch Container getauscht und Grünschnitt verladen werden. Mehrkosten: 23 000 Euro im Jahr.

2. Samstägliche Grünschnittannahme bis zu 300 Litern auf dem Parkplatz vor dem Wertstoffhof: Dann müsste die Lkw-Zufahrt als Ausfahrt genutzt und die Container müssten morgens aufgestellt und nachmittags abgefahren werden. Sechs bis acht Fahrzeuge fänden zusätzlich Platz. Mehrkosten: 7700 Euro.

3. Die Einrichtung einer zusätzlichen Grünschnittannahme auf einer knapp 1700 Quadratmeter großen Fläche an der Straße „Am Blaufuß“, wo samstags ebenfalls Mengen bis zu 300 Litern angenommen würden. 200 bis 400 Fahrzeuge könnten kommen, Verkehrsbehinderungen wären möglich. Mehrkosten: 19 400 Euro.

Keine Kosten würde die eingangs erwähnte Autokennzeichenregelung verursachen, allerdings nach Meinung des ASG ein erhebliches Konfliktpotenzial bergen. Kunden, die am falschen Wochenende kämen, müssten nämlich wieder umkehren.

Fazit des ASG: „Im Zweifel hätte man trotz der Verlängerung der Öffnungszeiten bei höheren Kosten die gleichen Probleme wie vorher.“ Allerdings sollte eine noch höhere Verkehrsbelastung vermieden werden, zumal gleich nebenan ein neuer Gewerbepark entsteht. Eine echte Entlastung sehen die Fachleute bei der Einrichtung einer zweiten Annahmestelle. 20 bis 30 Prozent der Fahrzeuganlieferungen könnten dort erfolgen. Die Fläche wäre darüber hinaus auch noch anderweitig nutzbar.