Das aktuelle Wetter Wesel 12°C
Rosenmontagszug

Prasselnder Kamelle-Regen und Sonnenschein

20.02.2012 | 18:40 Uhr
Prasselnder Kamelle-Regen und Sonnenschein
Auch der jecke Nachwuchs zog durch Wesel. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool

Eine tolle und ausgelassene Open-Air-Party feierten gestern rund 10 000 Jecken in der Weseler Innenstadt.

Pünktlich um 12.30 Uhr setzte sich der aus bunten Fußgruppen, Prunk- sowie Motivwagen und Musikkapellen bestehende närrische Lindwurm in Gang. Dass der Zug in diesem Jahr wieder nur einmal die Korbmacher- und Kreuzstraße passierte, beeinträchtigte nicht die gute Stimmung. Besonders eng wurde es wie gewohnt am Kornmarkt und am Berliner Tor. Entlang der Zugstrecke hinterließen die Weseler Karnevalisten eine prima Stimmung. Auch „Fita“ Moshövel, Chef des CAW, war am Ende sehr zufrieden mit dem Verlauf des Zuges.

Mit dem ersten Platz belohnte der CAW den Motivwagen des Feldmarker Karnevalskomitees mit dem Thema Lucky Luke. Auf den zweiten Platz kam die Karnevalsgesellschaft Büderich mit ihrer „Rheinfähre“ und auf Platz drei die Kolpingsfamilie, die das Thema weißes Pflaster für die Fußgängerzone aufgriff.

Bei den Fußgruppen hatten die Feldmarker ebenfalls die Nase vorn: Die Gruppe vom Komitee Vorm Clever Tor landete mit ihren Weltraum-Kostümen auf dem ersten Platz. Die „Sieben Zwerge“ der Gruppe „Vergißmeinnicht“ wurden mit dem zweiten, die Eulen der KG „Wir sind immer dabei“, die Euros nach Athen tragen, mit dem dritten Platz belohnt.

Langsam kündigt es sich an: Erst sind es wenige. Vereinzelt stehen sie am Straßenrand, dann werden sie immer mehr. Ein Helau nach links und nach rechts, der Ritter grüßt den Zauberer, der Vampir den Maikäfer. Und es werden immer mehr. Dann dauert es nicht lange, und die Jecken stehen in dreier Reihen am Straßenrand und warten auf den Start des Rosenmontagszuges. Gegen 12.30 Uhr ist es endlich soweit: Die Party für die zahlreichen Besucher an der Korbmacher- und Kreuzstraße kann beginnen. Die erste Kapelle ist zu hören. Die Musiker bringen die Jecken mit Rosamunde in Schwung. Er kütt, der Weseler Zuch.

Und mit jedem Wagen, von dem gut gelaunte Karnevalisten Kamelle regnen lassen, steigt die Stimmung ein bisschen höher.

Bunte Gruppen haben sich in den närrischen Lindwurm eingereiht. Alice im Wunderland kommt samt einer mit Kindern gefüllten Schatztruhe daher, eine Gruppe hat sich in „wilde Igel“ verwandelt, mittelalterliche Mägde und Knechte marschieren mit, es gibt musikalische Bienen, und vor dem Wagen mit dem Prinzenpaar Ludger und Elke sind zweibeinige Tulpen unterwegs.

Mit blonden Perücken fällt eine Gruppe auf, die am Ende für Stimmung sorgt. Die Fußgruppe huldigt Heino, dem großen deutschen Schlagerstar. Blonde Haare, große dunkle Sonnenbrille, rote Jacke und schwarze Hose. So trat der Sänger häufig in der Hitparade auf, so sieht man ihn heute noch im Fernsehen. Aber musste auch das sein: nur Heino-Lieder? Schwarze Barbara, Blau blüht der Enzian...

Unscheinbarer Thron

Lucky Luke kommt, für Wesel typisch, auf einem Esel daher. Die Jecken vom FKK haben den Wesel-Saloon geöffnet, und die Cowboys spendieren Bonbons und Gummibärchen. Bundeskanzlerin Merkel hat auf einem un­-scheinbaren Thron Platz genommen, verteilt gut gelaunt und mit beiden Händen Geld - unsere Euros, die nach Griechenland fließen. Die Prinzenpaare genießen die Fahrt, immer wieder erklingt ihr lautes „Wesel Helau“. Prinz Ludger I. und Prinzessin Elke I. wagen sogar ein Tänzchen. „Ich höre nichts“, animiert er die Jecken am Straßenrand, lauter zu rufen. Eine laute und vielstimmige Antwort bekommt er. Und die kostümierten Jecken eine Extraportion Kamelle als Belohnung.

Viel Arbeit hatte aus Sicht der Kolpingsfamilie der Weseler Esel. Das arme Tier musste die vielen Steine für die neue Fußgängerzone in einem Karren heranbringen. Oder war es doch anders gemeint? „Arbeit für den Esel, weißes Pflaster für Wesel“ stand auf der Seite des Prunkwagens. Eine Eselei, so helle Steine für die Fußgängerzone zu verwenden?

Eine ungeplante Pause musste die KG Silesia einlegen. Auf der Esplanade ging auf einmal nichts mehr. Der Traktor, der den Wagen zog, blieb stehen, der Motor rührte sich nicht mehr. Die Batterie sei schuld daran, dass er den Motor nicht mehr starten konnte, erzählte Kay Bauhaus, der das Gefährt steuerte.

Deshalb stockte der närrische Lindwurm ein bisschen. „Bei den Temperaturen geben Batterien schnell den Geist auf“, fügt er hinzu. „Saft“ gab es dann von einem Pkw - per Überbrückungskabel. Und so konnte der Silesia-Wagen nach kurzer Pause dem Zug hinterherfahren und sich wieder einreihen.


Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6381728/create

Aktuelle Fotos und Videos
Eselrock
Bildgalerie
Festival
KuBa Festival
Bildgalerie
Kulturbahnhof
Drachenbootregatta
Bildgalerie
Drachebootrennen
Frühlingstreff
Bildgalerie
Dingden
Aus dem Ressort
Neue Schule: CDU will sich nicht festlegen
Schule
Die Ratsfraktion möchte dem Elternwillen nicht vorgreifen. Sekundarschule und Gymnasium sind möglich
SPD-Ratsherr fordert Überwachung
Politik
Für eine durchgängige Aufsicht an der Lippefähre „Quertreiber“ setzt sich SPD-Ratsherr Wilhelm Bußmann in einem Brief an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ein.