Powerfrauen und Steinzeitmenschen

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Wesel..  Wenn Steinzeitmenschen gemeinsam mit Bauarbeitern, flauschigen Küken und einem Pferd durch Ginderich ziehen und dabei laut „Helau“ rufen, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist Rosenmontag. Im linksrheinischen Dorf traditionell der Tag, an dem Autos, Busse und Trecker stehen bleiben und statt dessen Bollerwagen durch die Straßen ziehen. So auch gestern wieder – wenn auch zeitlich ein wenig vorverlegt. Das hatte einen ganz einfachen wie auch für die Gindericher tollen Grund: Schließlich kommt mit Patrick I. und Kristin I. das Weseler Stadtprinzenpaar in dieser Session vom KGV.

Und die Tollitäten wollten es sich nicht nehmen lassen, beim Gindericher Bollerwagenzug dabei zu sein, mussten aber natürlich auch pünktlich zum Weseler Rosenmontagszug auf der anderen Rheinseite sein. Deshalb entschlossen sich die Gindericher Jecken, einfach eine Stunde eher zu starten. Der ganz besonderen familiären Stimmung des kleinen Zuges tat das überhaupt keinen Abbruch.

Äpfel und Mandarinen

Gut gelaunt und von Petrus mit bestem sonnigen Wetter gesegnet zogen die bunt kostümierten Jecken mit ihren liebevoll gestalteten Bollerwagen durch das Dorf, feierten und verteilten Leckereien an Kinder und Erwachsene am Straßenrand.

Besonders gesunde „Kamelle“ gab es von Matz (11), Daniel (11), Gerrit (10), Lukas (11) und Jan (12). Statt Bonbons verteilten die Jungs nämlich Äpfel und Mandarinen – gestiftet von Jans Vater, der Gemüsehändler ist. Die fünf guten Freunde, die zusammen in der Grundschule waren, hatten sich als Bauarbeiter verkleidet und ihren Bollerwagen mit Hilfe eines riesigen Pappkartons in einen „Bauwagen“ verwandelt. „Ganz allein“, wie Lukas betonte.

Schon alte Hasen beim Bollerwagenzug sind die Musiker des Spielmannszuges, die in diesem Jahr die Gindericher Grundschule in Miniaturform mit Pappe und Fototapete nachgebaut und auf den Wagen gebracht hatten. „Wo sollen die Vereine rein? Wir bauen uns ein Eigenheim“ lautete das Motto, mit dem die Spielleute auf die „Baustellen im Dorf aufmerksam machen wollten“, wie Ronald Janßen erklärte. Neben den Gindericher Dorfthemen schätzt er vor allem die Familienfreundlichkeit des etwas anderen Rosenmontagszugs.

Als „Küken“ mit von der Partie waren die kfd-Frauen, die in dieser Session erstmals mit „Frauenpower“ Einiges neu gestalteten im Gindericher Karneval.