Polizei zieht an die Schillstraße

Kritik gibt es an der Sauberkeit rund ums Kreiswehrersatzamt.
Kritik gibt es an der Sauberkeit rund ums Kreiswehrersatzamt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Heute will die Kreispolizeibehörde Näheres zu dem Umzug bekanntgeben, der wohl im Sommer stattfinden wird.

Wesel..  Es sind zwei große Immobilien in zentraler Lage, die seit langem leer stehen: Das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Kreuzstraße und das Gebäude des Landesbetriebs Straßen NRW an der Schillstraße. Während sich an der Kreuzstraße momentan nichts verändert, außer dass der Wildwuchs immer stärker und der Müll rund ums Haus immer mehr wird, sind an der Schillstraße seit ein paar Tagen die Handwerker aktiv. Sie schaffen die Grundlage für die Erneuerung aller Fenster. Damit sie problemlos ins Haus transportiert werden können, wird der Windfang abgerissen.

In etwa einem halben Jahr - so die bisherige Planung - wird die Kreispolizeibehörde Wesel hier mit zwei Abteilungen einziehen. Über ihr Interesse daran hatte die NRZ schon berichtet.

Millionen werden investiert

„Es handelt sich um die Vorbereitung für den Umbau“, sagt Dr. Hartmut Gustmann, Pressesprecher des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW in Düsseldorf. Als erste kommen die Fensterbauer in das fünfstöckige Gebäude, unter anderem, um mehr Energieeffizienz zu erreichen. Zudem werden Umkleideräume und Duschen entstehen, so wie es die Polizei benötigt. Auch die Einbauschränke müssen instandgesetzt werden, sagt Gustmann. Und was kostet das Ganze? „Wir investieren hier ein paar Millionen.“

Die Immobilie an der Schillstraße bleibt im Eigentum des Landes und wird an die Polizei vermietet, damit sie einen gemeinsamen Standort für ihre bislang ausgelagerten Bereiche erhält. Der Verkehrsdienst und das Kommissariat Vorbeugung sind zurzeit noch an der Alten Delogstraße unweit des Polizeigebäudes an der Reeser Landstraße zu finden. Abteilungen der Kriminalpolizei wiederum sind am Herzogenring untergebracht. Immerhin ist das rot geklinkerte Polizeigebäude an der Reeser Landstraße mittlerweile schon mehr als ein Vierteljahrhundert alt, es wurde 1988 bezogen. Im Laufe der Jahrzehnte vervielfachten sich die Aufgabengebiete, Räume wurden knapp, was zu der Überlegung führte, das seit Ende 2013 leer stehende Gebäude an der Schillstraße ins Auge zu fassen. Hier gibt es auf 4200 Quadratmetern jede Menge Platz. Näheres zu den Umzugsplänen will die Polizei heute bei einer Pressekonferenz bekannt geben.

„Im Interesse der Steuerzahler“

Das Kreiswehrersatzamt, an dem die Stadt Wesel großes Interesse hat, wird unterdessen mehr und mehr zum Schandfleck, wie Beschwerden von NRZ-Lesern zeigen. Doch ändern möchte man daran nichts. Norbert Stahl von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit Sitz in Bonn sagt dazu: „Wir wollen im Interesse der Steuerzahler die Kosten niedrig halten.“ Man sorge für die Verkehrssicherung, „das war’s.“ Mit der Stadt sei man derweil noch in Verhandlungen.