Pink ist gut für die Seele

Künstlerin Silke Noltenhans mit Chefärztin Dr. Daniela Rezek – und mitjeder Menge Kunst in Pink.
Künstlerin Silke Noltenhans mit Chefärztin Dr. Daniela Rezek – und mitjeder Menge Kunst in Pink.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Silke Noltenhans stellt ihre Arbeiten in der Senologie des Marien-Hospitals aus

Wesel..  Pink ist eine leuchtende Farbe. Positiv, intensiv gegen Depressionen, gar nicht so laut, wie gern angenommen. „Man hat festgestellt, dass die Farbe sich auf die Psyche auswirkt und den Blutdruck senkt“, erläutert Doktor Daniela Rezek, Chefärztin der Klinik für Senologie am Marien-Hospital Wesel. Pink, das ist die Symbolfarbe der Brustkrebspatientinnen. Künstlerin Silke Noltenhans aus Dingden-Berg hat für die aktuelle Ausstellung jetzt mit Pink experimentiert.

Patientinnen profitieren

Ihre Ergebnisse sind nun im Flur der Senologie zu sehen: Acrylmalerei, Buntstiftzeichnungen – „das hat wirklich meditativen Charakter“ – Paper-Art aus alten Zeitungen, Collagen, Drucke: Der Phantasie der Künstlerin waren keine Grenzen gesetzt. Ein wenig ist die Ausstellung ein Schritt zurück zu den Anfängen, „ich bin im Marien-Hospital zur Welt gekommen“. Sie schmunzelt.

Eigentlich, sagt die Gründerin des Kreativhofs Lehmberg, sei sie mehr der blaue Typ. „Es hat mich überrascht, welche Wirkung Pink auf mich hatte.“ Offenbar stimmt es. „Ich spürte, dass ich ausgeglichen und zufrieden wurde.“

Es ist die zweite Ausstellung unter diesem Motto und das ist wohl überlegt. „Eine Patientin, die in den USA erkrankt ist, berichtete uns, dass alle im Brustzentrum dort etwas pinkfarbenes tragen“, erläutert Rezek. Das hat seinen Sinn: Neben der positiven Wirkung auf die Psyche symbolisiert es den Patientinnen auch, dass sie bei diesen Personen mit ihren Fragen und Sorgen an der richtigen Adresse sind. Pink gibt ein wenig Sicherheit.

Vernissage am Donnerstag

In Wesel wollen die Aktiven diesem Beispiel folgen. Derzeit sind sie erkennbar an einer pinkfarbenen Schleife am Kittel, doch es soll mehr daraus werden. Die Modehochschule Krefeld hat sich Gedanken über Kleidung gemacht, die in den Klinikalltag einfließen könnte. Ganz natürlich, so wie es in den USA bereits üblich ist.

Im Krankenhausalltag finden die Bilder Beachtung. Frauen, die auf ihre Chemotherapie warten, passieren die Arbeiten. Sie sollen helfen, Stress und Angst abzubauen. „Häufig reagieren auch Besucher. Der Flur strahle Fröhlichkeit aus, sagen sie“, sagt Dr. Rezek.

Vernissage der Ausstellung ist am Donnerstag, 16. Juli, um 16 Uhr in der Senologischen Ambulanz des Marien-Hospitals, Gebäude B, 1. Etage. „Wir haben den frühen Zeitpunkt gewählt, damit die Patientinnen dabei sein können“, erläutert Rezek. Künstlerin Silke Noltenhans wird mit Interessierten Besuchern und Patientinnen über die einzelnen Arbeiten und ihre Entstehung sprechen. Sie sind bis zum Dezember dort zu sehen.