Pflegeheim stößt auf Kritik

Hamminkeln..  Die Idee leuchtet ein: alt werden im Zentrum und dennoch im Grünen. Architekt Holger Ebbert erläuterte dem Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr das Konzept für das Projekt Bergfrede mit einem Pflegeheim für 80 Plätze und zwei Seniorenwohnanlagen (die NRZ berichtete). Auf Gegenliebe stieß er damit kaum. Weniger die Entwürfe für die Gebäude als der Standort war einigen Ausschussmitgliedern ein Dorn im Auge. Architekt und Investoren bekamen Gegenwind, das Thema ist zunächst vertagt.

Gottfried Bückmann (SPD) reagierte als erster und sehr eindeutig: Als alter Hamminkelner habe man sich damals eine grüne Lunge gewünscht. Die gab es nicht. Nun kämpfe man für den Bürgerpark. Das Gelände Bergfrede sei vom Besitzer systematisch auf eine Bebauung hin ausgerichet worden. „Wenn es dringenden Bedarf gibt: In Dingden gibt es Flächen, den Aschesportplatz, den Schulhof der Hauptschule“, schlug er vor.

Auch Gisela Brick (Bündnis 90/Grüne) zeigte sich unzufrieden mit dem Standort. „Es wäre die zweite große Einrichtung in Hamminkeln, in Mehrhoog gibt es noch nichts.“ Auch Mehrhooger hätten ein Recht darauf, im eigenen Quartier alt zu werden und eine Pflegeeinrichtung vorzufinden, sagt sie. Ohnehin halte sie mehrere kleine Einrichtung für günstiger als eine große. Bedenken offenbarte auch die CDU, das „Filetstück“ durch „nennenswerte Baulichkeiten“ zu besetzen. „Wir sind nicht gegen ein Altenheim, aber Mehrhoog hat keines, Dingden dagegen drei.“

Alternativen suchen

„Wir tun uns mit der Fläche schwer“, so Silke Westerhoff (FDP), „doch wir haben in Hamminkeln keine weiteren Grundstücke“. Schnell einigte man sich darauf, den Punkt zu vertagen und der Verwaltung Hausaufgaben zu geben: Sie möge bis zur nächsten Sitzung andere mögliche Plätze benennen, Alternativen vorzuschlagen.

Architekt Holger Ebbert, ein Hamminkelner, gab sich Mühe, um das Projekt zu werben. Man habe mehrere Grundstücke geprüft, erläuterte er. „Betreiber von Altenheimen haben klare Anforderungen“, erläuterte er und zählte auf: Ein Bedarf muss da sein, eine gute Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten, ein mindestens 20 000 Quadratmeter großes Grundstück das eine Südausrichtung der Gebäude ermögliche, ein Krankenhaus in der Nähe, außerdem Parks und Natur sowie Schulen und Kindergärten, die häufig enge Beziehungen zu den Altenheimen pflegten.

Vier Grundstücke habe man sich angesehen. Das der Brauerei sei nach Norden ausgerichtet und zu klein. Auf dem alten Sportplatz seien die Weichen in Richtung Wohnbebauung gestellt worden. Und Mehrhoog? Fiel sofort heraus, obwohl es Supermärkte gibt. „Die Bahntrasse ist ein absolutes Ausschlusskriterium“, so Eggert, der auch 40 bis 50 neue Arbeitsplätze in Hamminkeln als ein Plus für das Grundstück Bergfrede nannte. Für Bruno Lipkowsky (SPD) stand fest: „Wir stehen bei den Bürgern im Wort. Die grüne Fläche bleibt grün.“