Pauschal in die rechte Ecke gestellt

Flüchtlingsunterkunft. Wir finden es schlicht gesagt eine Frechheit, wenn wir uns von einem Bürgermeister, der es noch nicht einmal für nötig hält, in seiner eigenen Gemeinde zu wohnen, vorgeworfen bekommen, dass wir „schlechte Stimmung“ in der Gemeinde machen würden. Ein Bürgermeister, der die Ängste und Bedenken seiner Bürger nicht anhört und auch nicht zur Kenntnis nimmt, hat sich mittlerweile sehr weit von der Basis entfernt. Auch über Anfragen, die besorgte Bürger per E-Mail stellen, sollte man sich nicht so abfällig äußern. Es ist ein demokratisches Recht eines jeden, bei seiner Gemeinde nachzufragen, was in der unmittelbaren Nachbarschaft geplant ist und auch seine Bedenken zu äußern.

Wir möchten eines klar stellen: Wir haben nichts gegen Flüchtlinge und auch nicht, dass sie nach Drevenack kommen. Es sind Menschen, denen geholfen werden muss und auch soll. Aber wir verstehen nicht, warum man das bis vor kurzem noch vorhandene Asylbewerberheim, auch am Hunsdorfer Weg gelegen, abgerissen hat und die Verwaltung nicht die Weitsicht gehabt hat, dieses Asylbewerberheim zu erhalten und wieder herzurichten. Das wäre mit Sicherheit für die Gemeinde kostengünstiger gewesen als ein nagelneues Containerdorf zu errichten. Aber vielleicht ist das ja auch egal, weil es ja das Geld der Steuerzahler ist. Der zunehmende Flüchtlingsstrom war zu diesem Zeitpunkt schon absehbar und man hätte darauf reagieren können.

Die Aussage, dass die anderen Ortsteile auch ihren Beitrag zur Unterbringung leisten, ist richtig, aber die Standorte sind nicht zentral sondern in den Außenbereichen angesiedelt (z.B. Sternweg). Der neue Standort in Drevenack liegt im Ortskern und grenzt an ein erst vor kurzem erbautes Neubaugebiet. Die jeweiligen Grundstücksbesitzer machen sich zu Recht Gedanken über einen Wertverlust ihrer Grundstücke. Bei dem alten Standort wäre dies nicht der Fall gewesen, da er in einem reinen Gewerbegebiet liegt und nicht viel weiter vom jetzt vorgesehenen Standort entfernt gewesen wäre. Dass man nun versucht, die umliegende Bevölkerung vor vollendete Tatsachen zu stellen, zeichnet sich nicht durch übermäßiges Fingerspitzengefühl aus. Wenn man glaubt, man könne besorgte Bürger dadurch in Misskredit bringen, dass man sie pauschal in die „rechte Ecke“ stellt, dann ist das ganz billige Polemik. Wir finden es jedenfalls viel besser, die Flüchtlinge in freien Wohnungen unterzubringen, weil die Integration in kleineren Gruppen besser zu bewerkstelligen ist.