Parkplatznot am Auesee in Wesel

Da heißt es Geduld aufbringen: Am  Samstag hatten viele Menschen die Idee, zum  Auesee zu fahren.
Da heißt es Geduld aufbringen: Am Samstag hatten viele Menschen die Idee, zum Auesee zu fahren.
Foto: FUNKE Foto Services
Das bislang heißeste Wochenende des Jahres sorgte für einen Rekordbesuch. Mehr als 5000 Besucher kamen am Samstagnachmittag.

Wesel..  Das heißeste Wochenende des Jahres erfreute nicht nur Getränkehersteller und Eisverkäufer, es sorgte auch für einen Rekordbesuch im Strandbad Auesee. Bereits am frühen Nachmittag zog es über 5 000 Besucher in das im Vergleich zu den Außentemperaturen mit 27 Grad vergleichsweise kühle Wasser. Während auf der Wiese und im See immer noch genügend Platz vorhanden war, sah das bei den Parkplätzen schon ganz anders aus. „Irgendwann geht’s halt nicht mehr“, erklärte Thorsten Hummel. Gegen 15 Uhr war es soweit: Die 1300 Parkplätze inklusive der Reserven des Auestadions waren bis in den letzten Winkel besetzt. Um ein Verkehrschaos zu verhindern, ließ der Teamleiter Schule und Sport der Stadt Wesel die Einfahrt in den Auedamm an der Kreuzung zur Reeser Landstraße sperren. „Einen solchen Andrang hatten wir seit zwei Jahren nicht mehr, dabei kommen die meisten Weseler mit dem Fahrrad hierher. Aber der Auesee wird ja nicht umsonst als die Badewanne des Ruhrgebietes bezeichnet“, berichtet Hummel. Ein Blick auf die Kennzeichen der Fahrzeuge bestätigt das: Gelsenkirchen, Mülheim, Essen oder Duisburg lauten die Herkunftsorte der meisten, das Kürzel WES ist deutlich in der Minderheit. Das der Besucherstrom bis in den Nachmittag hinein unverändert stark bleibt, wundert Hummel nicht: „Um diese Zeit sind der Tenderingsee und die Xantener Südsee voll und die Leute versuchen hier ihr Glück.“

Das wird aber zunächst am Kassenhäuschen getrübt. Zehn Euro beträgt die Parkgebühr für einen PKW, Motorradfahrer zahlen zwei Euro. Das können längst nicht alle tolerieren. „An der Xantener Südsee ist das Parken kostenlos. Ich habe ja Verständnis für eine Gebühr, aber zehn Euro sind unverschämt“, findet Jasmin Kellings aus Kalkar. „Das mag zu hoch sein, ist aber politisch so gewollt. Man darf dabei nicht vergessen, dass im Strandbad kein Eintritt genommen wird. Für die Stadt ist der Auesee ein Zuschussgeschäft, trotz Parkgebühren“, relativiert Hummel und weist darauf hin, dass an diesem Tag 11 Einsatzkräfte damit beschäftigt sind, für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Um die Gebühr zu sparen, laden clevere Besucher Familie und Luftmatratzen vorne aus und parken kostenfrei und schattig im Parkhaus an der Delogstraße. Andere sehen das so locker wie Roland Bosch, der mit seiner Frau Karin und den beiden Söhnen aus Duisburg angereist ist: „Wenn wir mit der Familie ins Schwimmbad gehen, bin ich schon 20 Euro für den Eintritt los, da stört mich hier der Zehner fürs Parken wenig.“

Für Thorsten Hummel und sein Team ist die Arbeit mit der Sperrung des Auedamms längst nicht erledigt, denn wer auf den Parkplatz gefahren ist, muss auch wieder runter und das kann unter Umständen schwierig werden. „Der Parkplatz ist ein Nadelöhr. Wenn beispielsweise ein Gewitter ausbricht und alle gleichzeitig nach Hause wollen, würde das einen langen Stau verursachen, weil die Ampelanlage am Ende des Auedamms die B8 mit einer längeren Grünphase begünstigt“, erläutert Hummel. Damit das nicht passiert, hat der städtische Angestellte immer ein Auge auf die Wetterprognosen. Wird ein Gewitter gemeldet, werden die Badegäste am Auesee frühzeitig davon in Kenntnis gesetzt.

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