Opa wird’s schon richten

„Opa wird verkauft“ hießt der Schwank, den das Ohnsorg-Theater im Weseler Bühnenhaus aufführte.
„Opa wird verkauft“ hießt der Schwank, den das Ohnsorg-Theater im Weseler Bühnenhaus aufführte.
Foto: Foto: Johann Ridder / FUNKE Foto
Was wir bereits wissen
Ohnsorg-Theater begeisterte mit Klassiker „Opa wird verkauft“ im Bühnenhaus

Wesel..  Diesen Opa möchte niemand im Haus haben, denn er ist ein ausgekochtes Schlitzohr und hat pausenlos nur Blödsinn im Kopf. Er nagelt die Schuhe der Magd auf dem Fußboden fest und legt ihr eine tote Maus ins Bett oder hängt Liebesbriefe zur öffentlichen Ansicht an den Gartenzaun. „Der Alte muss vom Hof“, fordert letztendlich sogar Enkel Schorsch.

Am Samstag gastierte das Hamburger Ohnsorg-Theater mit dem Klassiker „Opa wird verkauft“ im Weseler Bühnenhaus. Regisseur Wilfried Dziallas hat den Bauernschwank von Franz Streicher mit acht wirklich spielfreudigen Schauspielern inszeniert.

Besonders „Opa“ Wolfgang Sommer wusste in der Hauptrolle nicht nur zu überzeugen, sondern erinnerte mit seiner schelmischen Stimme ein wenig an den unvergessenen Henry Vahl, dem dieses Stück seine bis heute ungebrochene Popularität verdankt. Ein weiterer Grund für den dauerhaften Erfolg ist die voller Raffinessen und Pointen steckende Buchvorlage. Denn kaum nimmt der Gedanke, den nervenden Mitbewohner abzuschieben, konkrete Formen an, taucht wie bestellt der reiche Bauer Peter Fiesebarg (Frank Gruppe) mit dem Ziel auf, den Opa zu kaufen. Köstlich, wie Opa Kulenkamp die zähen Verhandlungen aus der Schlafkammer mitverfolgt, im entscheidenden Moment den Kopf herausstreckt und mitbietet.

Windiger Halunke

Selbstverständlich hat Opa von Anfang an durchschaut, dass es sein neuer Besitzer nur auf das Erbe abgesehen hat, aber nur so kann er dem windigen Halunken das Handwerk legen und nebenbei seine Tochter Eva (Christin Deuker) in die Arme seines Enkels Schorsch (Patrick Dull) bugsieren. Für Peter Fiesebarg und dessen bärbeißige Frau Guste (Marina Zimmermann) gilt derweil: Will man ans Erbe, muss man permanent gute Miene zum bösen Spiel machen. An dieser Stelle nimmt die Komödie richtig Fahrt auf. Wolfgang Sommer reizt die Rolle des provokanten Opas bis zur kleinsten Geste aus. Frank Grube, Marina Zimmermann und der glänzend aufgelegte Patrick Dull liefern die erstklassigen Vorlagen dafür.

Abgerundet wird die Leistung des Ensembles aus dem Hohen Norden durch die engagierten Mark Derichs (Knecht August) und Andrea Gerhard (Magd).