Online-Schaufenster für Wesel

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Wesel..  Macht ein kostenlos nutzbares WLAN-Angebot in der Innenstadt Sinn? Auf die Suche nach einem Mehrwert hat sich die Arbeitsgruppe Handel im Rathaus begeben, die sich mit der Bedeutung der neuen Medien für die Stadt befasst. Eine klare Antwort gibt es bislang nicht. City-Manager Thomas Brocker plädierte vor den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses für ein „Online-Schaufenster, bei dem auch WLAN dabei sein kann“.

Die Arbeitsgruppe unter Leitung der Bürgermeisterin, in der die städtische Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Werbegemeinschaft, Einzelhandelsverband, Kaufhof, Kreditinstitute und einige Einzelhändler vertreten sind, hat sich darüber informiert, wie Nachbarstädte mit dem WLAN-Thema umgehen und mit elf Anbietern Gespräche geführt. Die Ansätze in den Kommunen sind unterschiedlich: Manche setzen auf Teillösungen für einzelne Plätze in der Stadt, Kleve nimmt wie Wesel die gesamte Fußgängerzone in den Blick.

Unterschiede gibt es auch bei den technischen Lösungsmöglichkeiten und den Kosten. Die von den Anbietern genannten Startkosten variieren zwischen gut 6000 und 9000 Euro, die monatlichen Kosten zwischen 300 und mehr als 1000 Euro. Teils müsste die Verbreitung von Fremdwerbung in Kauf genommen werden. In jedem Fall wäre mit Hauseigentümern die Installation von Technik zu vereinbaren. Rund 70 Händler in der Fußgängerzone müssten mitmachen, damit die Sache realistisch würde, so die Stadtverwaltung.

Brocker stellte verschiedene Nutzerzugänge vor. Etwa eine „Wesel-App“. Da müssten dann alle mitmachen, meinte er, sieht aber Apps als eher rückläufige Variante an. Ein „öffentlicher Marktplatz“ als Internet-Shop, in den der Handel einsteigen kann, setze ein Waren-Wirtschaftssystem voraus, das viele kleinere Händler nicht hätten. Sein Vorschlag: Zunächst einmal ein gemeinsames gutes Online-Produkt schaffen. Die Wesel-Marketing-Gesellschaft erarbeite gerade eine Homepage, und da seien schon „viele Händler eingebunden“. Sie könnten dort Produkte und Marken präsentieren, und vielleicht könne dann auch „mal ein Shop dran hängen“. Das Ganze könnte selbst zu einer Art Marke für Wesel werden. Ob das Resultat am Ende per öffentlichem WLAN oder auf anderem Wege leicht verfügbar zu machen sei, müsse man dann sehen.

Die von der Stadtverwaltung geäußerten Zweifel, ob ein WLAN-Projekt angesichts der vielen Internet-Flatrates überhaupt noch zeitgemäß und zwingend erforderlich sei, teilte Manfred Schramm (Piraten) nicht. Ein freies WLAN-Angebot sei unter sozialen Aspekten sinnvoll und ein wichtiger Service für (ausländische) Touristen.