Nur wenige nutzen das Bahnangebot

Betuwe-Bürgersprechstunde im Infozentrum der Bahn: Thomas Buhren, Axel Otterpohl (beide aus Dinslaken) und  Rainer Stracke, Projektleiter für den dreigleisigen Ausbau Emmerich-Oberhausen (v.l.).
Betuwe-Bürgersprechstunde im Infozentrum der Bahn: Thomas Buhren, Axel Otterpohl (beide aus Dinslaken) und Rainer Stracke, Projektleiter für den dreigleisigen Ausbau Emmerich-Oberhausen (v.l.).
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Gestern war wieder Sprechstunde im Bürgerinformationszentrum am Handelsweg im Hanseviertel. Von der Betuwe-Strecke betroffene Anwohner suchten das Gespräch mit den Fachleuten der bahn.

Wesel..  Einmal im Monat gibt es Informationen aus erster Hand. Dann können von der Betuwe-Strecke betroffene Anwohner das Gespräch mit den Fachleuten der Bahn suchen. Seit Oktober besteht diese Möglichkeit im Informationszentrum am Handelsweg einmal monatlich, ansonsten kann donnerstags nur die Ausstellung angeschaut werden. Gestern war wieder Sprechstunde, doch die beiden Projektingenieure hatten mal wieder nur wenig zu tun.

Lärmschutz und Befürchtungen

Bei den vorangegangenen Terminen war die Resonanz sehr unterschiedlich, doch sie hätte jedes Mal besser sein können. Wer vorbeischaute, wohnt meist unmittelbar am Gleis, sagen die beiden Fachmänner, die sich die Zeit nehmen, mit den Betroffenen die persönliche Wohnsituation auf dem Computer anzuschauen. Meist gehe es um den Lärmschutz, aber auch um das eigene Grundstück, das möglicherweise während der bevorstehenden Gleisbauarbeiten mit genutzt werden müsse. In solch einem Falle werde eine Entschädigung gezahlt.

„Wenn ich an der Strecke wohnen würde, würde ich herkommen“, sagt Projektleiter Rainer Stracke. Sein Kollege Hakan Yalcin wiederum beteuert, dass die Befürchtungen vieler, es werde noch lauter an der Bahnlinie, wenn noch mehr Züge rollen, nicht zuträfen. Im Gegenteil: Der Lärm werde durch die Schallschutzwände stark eingedämmt. Es sei denn, es handele sich um die immer wieder gewünschten transparenten Wände. Sie reflektierten den Schall lediglich und hätten keinen Nutzen.

Bahnsprecherin Kirsten Verbeek spricht von 112 Besuchern, die seit dem 20. Oktober an den Donnerstagen die Ausstellung besucht haben. Die eher geringe Zahl führt Gert Bork von der Bürgerinitiative „Betuwe - so nicht!“ auf die schlechte Lage des Zentrums zurück. „So etwas müsste an den Bahnhof“, sagt er. Er kenne niemanden, der bei den angebotenen Sprechstunden gewesen sei. Für ihn und seine Mitstreiter geht die Arbeit dennoch weiter. In der nächsten Woche fahren sie zum Gespräch ins Düsseldorfer Verkehrsministerium. „Das Land hat bisher noch nichts für uns getan“, findet Bork. Im Gegenteil: Minister Michael Groschek habe den Bürgerinitiativen sogar vorgeworfen, sie machten die Wirtschaft kaputt. In anderen Bundesländern gingen die Minister ein und aus, „bei uns allerdings nicht“.

Erörterungstermin erst später?

Darüber hinaus stehe die Initiative in ständigem Kontakt mit Rechtsanwälten. Es gehe dabei um eine Vorsondierung mit Blick auf mögliche Klagen. Den ursprünglich für das Frühjahr 2015 angekündigten Erörterungstermin zum Betuwe-Abschnitt Wesel sieht Bork noch nicht. Die vielen Einsprüche sollen sogar dazu führen, dass der Termin vielleicht erst 2016 stattfindet, munkelt man. Die Bahn verweist in diesem Zusammenhang auf die Bezirksregierung. Allerdings bestätigt sie auch, dass momentan erst ein erster Teil der Einsprüche bei ihr eingegangen ist.

Unterdessen appelliert Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die sich gestern Mittag selbst ein Bild von den Bahnangeboten am Handelsweg machte, an die Bürger: Sie sollen sich immer wieder über den Stand des Ausbauvorhabens Emmerich - Oberhausen informieren.