„Nur gucken, nicht anfassen“

Technische Hilfswerk setzt die Lippefähre Quertreiber aufs Wasser.
Technische Hilfswerk setzt die Lippefähre Quertreiber aufs Wasser.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Das THW ließ den „Quertreiber“ in Wesel zu Wasser. Benutzt werden darf er erst Ende der Woche.

Wesel..  Ehrenamtliche Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) ließen am Samstag die beliebte Lippefähre „Quertreiber“ zu Wasser. Und das in frühlingsfrischem Glanz, denn die Mitarbeiter der Stadt haben das Gefährt während der Wintermonate in der Schillkaserne wieder kräftig herausgeputzt. „Es sind einige Drahtseile erneuert worden, ansonsten ist alles in Ordnung“, berichtet der Ortsbeauftragte Marco van der Lucht. Bevor der Quertreiber in die Lippe eintauchen konnte, mussten Mitarbeiter des THW von einem Schlauchboot aus Treibholz entfernen, das sich in den Halteseilen der Fahrrad- und Personenfähre verfangen könnte. Für Johannes Sorge vom THW ist das eine gute Gelegenheit: „Wir verbinden das mit einer Übung, bei der unser Nachwuchs wichtige Erfahrungen sammeln kann. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit, um Interesse an unserer Arbeit zu wecken.“

Bei der wurde zunächst kräftig geflucht. Grund dafür ist die Rampe, auf der der Anhänger samt der 3,5 Tonnen schweren Fähre Richtung Ufer rollt. „Der Untergrund ist nicht fest genug, die Antriebsräder der Zugmaschine greifen dort nicht“, erklärt Johannes Sorge. Das Problem sei der Stadt seit Jahren bekannt, geändert wurde bislang nichts. „Irgendwann kriegen wir die Fähre weder rein noch raus, dabei ist sie doch für Wesel ein touristisches Highlight“, sagt der THW-Mitarbeiter leicht resigniert. Das bestätigt auch der neue Fährbeauftragte der Hansestadt, Slawomir Chojnacki: „Sobald es wieder wärmer wird, kommen an guten Tagen 500 bis 700 Leute hierher.“

Bleibt zu hoffen, dass der Frühling noch etwas auf sich warten lässt, denn die Fähre ist zwar im Wasser, darf aber nicht benutzt werden. Warum das so ist, weiß vor Ort niemand so genau. „Karfreitag wird die Fähre freigegeben“, verspricht Johannes Sorge. Bis dahin heißt es: Nur gucken, nicht übersetzen. Das geht auch vom Sofa: unter www.wesel.de sind die Bilder einer Webcam zu bestaunen.