„Niklas“ wirbelt den Alltag durcheinander

Bahnreisende saßen in Wesel fest.
Bahnreisende saßen in Wesel fest.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Das Tief sorgte im Kreis Wesel für umgestürzte Bäume und abgerissene Äste auf den Straßen. In Dingden wurde ein Lkw in den Graben gedrückt, der Bahnverkehr stand still.

Kreis Wesel..  Nichts geht mehr, hieß es am Dienstag am Weseler Bahnhof, wie auch an allen anderen Bahnhöfen und Haltepunkten in Nordrhein-Westfalen. Sturmtief „Niklas“ fegte mit bis zu 120 Stundenkilometern über das Land – die Deutsche Bahn entschloss sich deshalb am Vormittag dazu, den gesamten Nahverkehr vorübergehend einzustellen. Auch im Fernverkehr herrschte weitestgehend Stillstand. In der Wartehalle des Weseler Bahnhofs bildeten sich indes lange Schlangen vor dem Informationsschalter. „Gestrandete“ Reisende, mit Koffern und Taschen bepackt, fanden sich in Grüppchen zusammen, warteten gemeinsam, fragten sich, wann und wie es wohl für sie weitergehen sollte.

Erste Ansprechpartner waren die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, die einige Reisende auf Linienbusse verweisen, andere aber nur ein wenig beruhigen konnten. „Wir wissen ja selbst noch nicht, wann es weitergehen kann“, sagte Wolfgang Schleicher vom Ordnungsdienst kurz nach Bekanntwerden des Bahnstopps. „Wir können nur mitteilen, dass keine Züge mehr fahren.“

Nicht nur auf den Gleisen, auch auf Straßen des Kreises Wesel sorgte das Sturmtief bis zum Abend für Beeinträchtigungen. Die Feuerwehr musste den ganzen Tag über immer wieder ausrücken, um herabgefallene Äste und abgeknickte Bäume von der Straße zu räumen.

In Hünxe beispielsweise hatten die Feuerwehr und die Mitarbeiter des Bauhofes schon gegen 8.30 Uhr mit den ersten Sturmauswirkungen zu tun. Auf der Dorstener Straße stürzte in Höhe es Hauses mit der Nummer 55 eine Linde um. Die Freiwillige Feuerwehr rückte aus, überließ aber den Mitarbeitern des Bauhofes, die mit einem kleinen Bagger anrücken, die Arbeit. Wieso gerade dieser Baum umstürzte, stellt die Experten der Gemeindeverwaltung vor einem Rätsel. Gegen Ende des Jahres waren die Alleebäume untersucht worden, wurden Äste beschnitten. Dabei seien keine Schäden erkennbar gewesen, hieß es auf Anfrage der NRZ. Auch in Bucholtwelmen brauchte die Wehr nicht einzugreifen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war ein dort umgekippter Baum schon beseitigt gewesen. In Drevenack am Ehrenmal fiel ein weiterer Baum, in allen Fällen wurde niemand verletzt.

In Dingden auf dem Alten Rheder Weg wurde ein Lkw vom Wind erfasst und in den Graben gedrückt. Die Polizei ließ des 26-Tonner bergen, die Feuerwehr säuberte das völlig verdreckte Fahrzeug, das weitestgehend unbeschadet anschließend seine Fahrt fortsetzen konnte.

Die Weseler Rheinbrücke musste nicht gesperrt werden, der Verkehr lief dort reibungslos.