Niederrhein in Reinform

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Hamminkeln..  „Wertherbruch?“ Die Frage klingt herablassender als sie tatsächlich gemeint war. Doch allein das ist ein Zeichen, wie unterschätzt der nördlichste Teil Hamminkelns ist. Grund genug, unsere Wandertour durch die „Alte Herrlichkeit“ zu drehen, wie das Dorf seit rund 20 Jahren mit Beinamen heißt. Bequeme, feste Schuhe sind Pflicht, denn der Weg ist neun Kilometer lang und führt sowohl über Waldboden als auch über Asphalt.

Schnurgerade und flach

Wir starten an der Provinzialstraße, die Wertherbruch quasi teilt. Auf dem Parkplatz der früheren Marienkirche geht es los. Wir gehen nach links und biegen an der Kreuzung in die Wertherbrucher Straße ein. Die ersten Meter sind schnell überbrückt, bis sich rechts die Mühle Maarschaalkweerd zeigt, die das Ehepaar Knorth liebevoll hergerichtet hat. Im Mühlenlädchen bietet es schöne und leckere Dinge aus der Region an.

Gezwitscher und Geschnatter trägt uns weiter über die Wertherbrucher Straße und rechts über den Parkplatz des Cafés Waldsee, das unsere nächste Zwischenetappe im Namen trägt. Durch ein kleines Waldstück geht es zum ehemaligen Auskiesungsgelände, das sich seit seiner Stilllegung zu einem Paradies für Vögel entwickelt hat.

Wenn man morgens ankommt und Glück hat, taucht Nebel den See in nahezu mystisches Licht und zeigt die Bäume und Pflanzen auf der anderen Uferseite nur in Silhouetten; die Vögel sieht man kaum, doch ihre Stimmen sind unsere Begleiter, wenn wir durch den Wald zurückgehen, uns rechts halten und an der Kreuzung rechts in die Straße „Im Bruch“ einbiegen.

Schnurgerade geht es vorbei an Feldern und Wiesen - der Niederrhein in seiner reinsten Form...

Nachdem die Straße einen Knick gemacht hat, biegen wir rechts auf die Provinzialstraße ein und folgen ihr bis zur Rodehorster Allee. Was soll man sagen: Eine wunderschöne Straße ist’s, eine Allee von alten Kastanien, die uns Richtung Haus Rodehorst tragen. Die älteste Erwähnung des Herrenhauses stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Es geht weiter über die Straße Am Isseldeich. Kurz vor Deichende biegen wir rechts auf den Feldweg ein, der uns in den Ort führt. Noch mehr Felder, noch mehr Wiesen. Oder sind es dieselben? An Pumpstation und Sportverein vorbei geht es auf die Schulstraße. Von dort gehen wir nach links über die Provinzialstraße und biegen ins „Rekesland“ ein. An dessen Ende rechts, rechts, rechts über Mittelwässerung, Wertherbrucher und Provinzialstraße zurück zur Kirche. Neun Kilometer durch die „Alte Herrlichkeit“ sind geschafft.