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Nicht überall passt das Finanzkorsett

24.05.2007 | 07:55 Uhr

HART IV. Verwaltung legte den ersten Zwischenbericht zur neuen Mietobergrenze vor. Noch niemand habe umziehen müssen.

KREIS WESEL. Bei den seit Januar gelten Mietobergrenzen für Hartz IV-Bezieher wiegelt die Verwaltung ab: Alles halb so schlimm, kommentiert sie. Noch habe niemand aufgrund der neuen Grenze seine Wohnung verlassen müssen, hieß es gestern im Sozialausschuss. Für Neufälle liegt die Mietgrenze bei 6,09 Euro pro Quadratmeter. Kreisweit gebe es zurzeit 151 Fälle, in denen Hartz IV-Bezieher aufgefordert worden sind, binnen sechs Monate umzuziehen. Über 18 000 Bedarfsgemeinschaften gibt es im Kreis. Doch nicht alle werden dies auch tun, so die Verwaltung. Denn nicht überall ist Wohnraum vorhanden, der in das von der Verwaltung gefertigte Finanzkorsett passt. Ein Umzug also unmöglich, andere finden innerhalb der Frist einen Job oder zahlen die Differenz aus der eigenen Tasche.

Vermieter mit vielen Wohnungen haben reagiert, lassen sich auf die Verwaltungswerte ein. So hat der Eigentümer von drei Hochhäusern in Kamp-Lintfort Wohnungen angeboten. In Häusern, die eigentlich abgerissen werden sollen und in die niemand mehr einziehen möchte, wie Ursula Hausmann-Radau (Grüne) kritisierte. Die befürchtete Ghettoisierung sieht die Verwaltung nicht und hält an der Grenze fest.

Die 15 Preisträger des Ehrenamtsfonds stehen fest. Zu ihnen gehören die Weseler Heinz Rauber und Thomas Beers, die sich während der Fußballweltmeisterschaft für Menschen mit Behinderungen als Helfer engagierten. Geehrt wird auch der Drevenacker Dirk Roßmanek, der den Schülern und Lehrern der Otto-Pankok-Schule täglich unter die Arme greift. Ebenfalls zu den Preisträgern gehören Rainer Peglow und Kurt Gusseck, die Rollende Waldschule betreuen. Ausgewählt wurden auch das Weseler Ehepaar Clostermann (kindgerechte Hofführungen), der Multiple-Sklerose Kontaktkreis Wesel-Hamminkeln-Sonsbeck gemeinsam mit dem Soroptimist International Club Wesel, die Landfrauen aus Schermbeck, Gahlen und Damm zusammen mit der Interessengemeinschaft Schermbecker Landwirte (Feldspiele). Der Ehrenpreis des Landrates geht an die Stiftung "Krea(k)tiv- Kinder fördern", die vergangenes Jahr von Bürgern und der Volksbank Rhein-Lippe gegründet wurde. (mt)

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