Niag plant kleine Änderungen im Busverkehr

Wesel..  Vier Buslinien, die nur kurze Zeit hintereinander vom Bahnhof aus in Richtung Martinistraße fahren – das belastet nicht nur die Innenstadt, sondern sorgt auch für so manchen leeren Platz in den Fahrzeugen. Eine logische Folge von Parallelfahrten, wie Experte Günter Schlüter weiß. Schließlich kann jeder Fahrgast nur einen dieser vier Busse nutzen. Der Leiter der Verkehrsplanung bei der Niag kam nun auf Einladung der SPD-Fraktion nach Wesel, um gemeinsam mit Helmut Klein-Hitpaß von der Stadt die Pläne des Verkehrsbetriebs für das Weseler Busverkehrsnetz vorzustellen. Übeflüssige Parallelfahrten sollen demnach demnächst wegfallen, das Angebot durch kleine Änderungen wirtschaftlicher werden. So soll die Niag eigenwirtschaflicher Partner bleiben, europaweite Ausschreibungen 2018/2019 vermieden werden. Entsprechende Gespräche mit dem Kreis laufen.

Es war auch die SPD-Fraktion, die die Niag dazu brachte, ihr Busnetz in der Hansestadt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und auf seine Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen. Die SPD erkundigte sich seinerzeit nach der Erschließung des Hessenviertels mit öffentlichem Personennahverkehr. Für dieses Wohnquartier konnte Günter Schlüter aber zunächst einmal nur eine Absage erteilen. Ohne die Unterführung und neue Straße, die im Zuge des Betuwe-Ausbaus dort geplant ist, sei Busverkehr im Hessenviertel aufgrund der Enge der Straßen gar nicht möglich. Zudem sei auch der Bedarf offenbar nicht da, wie genaue Fahrgastzählungen über mehrere Wochen in der gesamten Stadt und auch rund um das Hessenviertel ergaben.

Auch an anderen Stellen ergaben die Zählungen fehlende Nachfrage. „Es gibt teilweise Fahrten komplett ohne Gast“, erläuterte Günter Schlüter. Beispiel: Die Linie 81, die aus Voerde über Spellen und Friedrichsfeld nach Wesel fährt. Hier habe man vor einigen Jahren den Versuch gestartet und Fahrten im Halbstundentakt angeboten. Das wolle man aufgrund mangelnder Fahrgäste nun wieder rückgängig machen und künftig nur noch einmal pro Stunde fahren.

Änderungen plant die Niag auch für die Linie 82, die nur noch im Schülerverkehr bis 9 Uhr morgens halbstündlich, danach stündlich fahren soll. Die Linie soll am Bahnhof enden. Fahrgäste, die in die Innenstadt möchten, können aber trotzdem sitzen bleiben. Die Busse der 82 werden am Bahnhof zur Linie 96 und fahren dann weiter durch die Innenstadt weiter nach Hamminkeln. Erweitert wird das Angebot an der Haltestelle „Neuer Friedhof“, die demnächst auch von Linie 82 statt wie bisher nur von Linie 85 angefahren werden soll. An Schultagen möchte die Niag zudem das Angebot von Obrighoven bis Bislich erweitern.