Niag möchte die Stadt einschalten

Jürgen Lantermann (links) und der Leiter der Niag-Verkehrsplanung Günter Schlüter (2.vl.) mit Bürgern der Kraftstraße und Andreas-Vesalius-Straße im Schepersfeld.
Jürgen Lantermann (links) und der Leiter der Niag-Verkehrsplanung Günter Schlüter (2.vl.) mit Bürgern der Kraftstraße und Andreas-Vesalius-Straße im Schepersfeld.
Foto: Foto: Johann Ridder / FUNKE Foto
Was wir bereits wissen
Es ist ein Problem, das schon seit Jahren bekannt ist, doch geändert hat sich nichts. Deshalb nahm CDU-Ratsherr Jürgen Lantermann jetzt das Heft in die Hand.

Wesel..  Es scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, den die Anwohner rund um die Ecke Andreas-Vesalius-Straße/Kraftstraße führen. Denn er läuft schon seit über sieben Jahren ohne ein zufriedenstellendes Ergebnis für sie. Direkter Betroffener ist Hermann-Josef Walter, dem das Eckgrundstück gehört, aber auch alle anderen Menschen, die an dieser Stelle unterwegs sind, müssen auf der Hut sein, um nicht von einem der Busse gestreift zu werden. Die Linien 85 und 86 verkehren in dem Wohngebiet mit den engen Straßen regelmäßig. Und regelmäßig, so widerfährt es Hermann-Josef Walter seit Jahren, wird über den Bürgersteig gefahren und seine Hecke touchiert.

CDU-Ratsherr Jürgen Lantermann, der im Schepersfeld seine Bürgertreffen vor Ort abhält, nahm sich das Thema noch einmal vor und lud dazu Günter Schlüter ein, Leiter der Niag-Verkehrsplanung in Moers. Der schickte gleich voran, dass er durchaus Verständnis für die Situation der Schepersfelder habe, aber nicht immer eine Lösung. Die präsentierten ihm Walter und seine Nachbarn: Man müsste die Linien doch nur über die Brüner Landstraße fahren lassen und dort zwei Haltestellen installieren, so dass die an der Franziskusstraße wegfallen könnten. Genau das habe Walter schon den Fraktionen vorgeschlagen. Die Reaktion sei gleich Null gewesen. Dabei habe schließlich Verkehrsgutachter Kai Pachan ebenfalls die Brüner Landstraße für Haltestellen favorisiert. Doch es sei Wunsch der Stadt und des Kreises, die Sache so zu belassen, sagte Schlüter, der am Ende dann doch noch zu einem Vorschlag kam. Die Niag werde die Stadt nun mit der Bitte anschreiben, das Ganze erneut zu prüfen. Dazu müsse auch die Polizei eingeschaltet werden. Wichtig sei es der Niag, dass die Haltestellen unmittelbar gegenüber liegen, um unnötig lange Wege zu vermeiden. „Denn für uns zählt jeder Fahrgast. Wir müssen wirtschaftlich fahren“, erläuterte der Niag-Vertreter weiter. Für die Haltestellen würden sicher zwei, drei Parkplätze auf jeder Seite wegfallen müssen. Sollte die Stadt der Idee zustimmen, müsse auch noch eine Befragung durchgeführt werden. Die neuen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten könnten über einen kleinen Stichweg aus dem Viertel erreicht werden. Dabei steht eines jetzt schon fest: „Wir werden hier nicht von heute auf morgen rausgehen, das ist ein langer Prozess“, kündigte Schlüter an. Der vertrat im Übrigen die Auffassung, dass die Bordsteinabsenkung an besagter Ecke extra für das Überfahren der Busse gemacht worden sei. Dem widersprachen die Anwohner energisch. Denn solche Absenkungen gibt es im ganzen Viertel.