Neues Zuhause für eine Flüchtlingsfamilie

Wesel..  Die Evangelische Kirchengemeinde engagiert sich für Flüchtlinge und stellt zwei kleine Wohnungen zur Unterbringung in der Stadt bereit. In einer dieser Wohnungen lebt Sawda Mohamed mit ihrem kleinen Sohn Samer. Gemeinsam mit einem Dolmetscher statteten Marlies Hillefeld von der Flüchtlingshilfe und Renate Brützel, Presbyterin der Kirchengemeinde, der Frau einen Besuch in ihrer neuen Bleibe ab.

Sawda Mohamed stammt aus Somalia. Das Land leidet seit mehr als 20 Jahren unter blutigen Konflikten, vor allem zwischen der Zentralregierung in Mogadischu und der radikalislamischen Schabab-Miliz. In ihrer Heimat war Sawda Mohamed als Gemüsehändlerin tätig. Als ihr Mann, der der Regierung nahe stand, ermordet wurde, entschied sich die Frau zur Flucht. Sie ließ ihre drei Kinder bei ihrer Mutter zurück und machte sich auf die gefährliche Reise nach Europa, um ein neues, sicheres Zuhause für sich und ihre Kinder zu finden.

Sawda Mohamed reiste durch die Wüste und über das Mittelmeer und gelangte so nach Italien, wo sie in ein Aufnahmelager kam und dort eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis bekam. Die Frau aus Somalia lernte dort einen neuen Mann kennen und bekam ihren Sohn Samer. Doch das Leben in Italien sei schwierig gewesen, berichtete Sawda Mohamed. Die Flüchtlinge seien weitgehend auf sich allein gestellt gewesen und konnten oft nur überleben, weil sie in Suppenküchen wohltätiger Organisation etwas zu essen bekamen. Nachdem sie auch noch überfallen worden war und vier Monate lang im Krankenhaus gelegen hatte, entschied sich Sawda Mohamed erneut zur Flucht. Obwohl sie als Asylbewerberin im Land ihrer Ankunft hätte bleiben müssen, stieg die wieder schwangere Frau in einen Reisebus und kam mit ihrem Sohn Samer nach Deutschland und schließlich nach Wesel.

Gespendete Möbel

Die erste Anlaufstation in der Hansestadt war die Notunterkunft an der Fluthgrafstraße. Mittlerweile sind Samer und seine Mutter in die Wohnung gezogen, die die Evangelische Kirche bereit gestellt hat. „Wir bemühen uns, dass vor allem Familien möglichst bald in Wohnungen umziehen“, sagt Marlies Hillefeld von der Flüchtlingshilfe. Denn die Situation in der Unterkunft an der Fluthgrafstraße sei eng.

Die Möbel in der Wohnung von Sawda Mohamed und ihrem Sohn wurden gespendet. Nun hofft die Frau aus Somalia, dass ihr Asylantrag positiv beschieden wird, sie Papiere bekommt, die deutsche Sprache erlernt und ihre Familie demnächst wieder vereint ist.