Neue Maschinen für altes Wasser

Ein Blick über einen Teil der Hamminkelner Kläranlage. Die beiden Silos sind bereits saniert und können in etwa vier Wochen wieder in Betrieb genommen werden. Die beiden Nachklärbecken und die drei biologischen Becken sind erst 2017 an der Reihe.
Ein Blick über einen Teil der Hamminkelner Kläranlage. Die beiden Silos sind bereits saniert und können in etwa vier Wochen wieder in Betrieb genommen werden. Die beiden Nachklärbecken und die drei biologischen Becken sind erst 2017 an der Reihe.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Die Stadt Hamminkeln nimmt viel Geld in die Hand, um die Kläranlage an der Römerrast bis 2017 auf den neuesten Stand zu bringen.

Hamminkeln..  Man sieht ihr das Altter deutlich an. Man riecht es auch. Das bleibt schließlich nicht aus, wenn man Tag um Tag mehrere Kubikmeter Hamminkelner Abwasser bearbeitet. Der Beton bröckelt hier und da, der Rost macht sich über die Stahlscharniere her. Wie viele Liter in den vergangenen 30 Jahren durch die Silos, Becken, Pumpwerke und den Sandfang der Kläranlage an der Römerrast geflossen sind, lässt sich nur erahnen. Doch damit es in den nächsten 30 Jahren so weitergehen kann, investiert die Stadt bis 2017 eine Menge Geld. Mehr als eine Million Euro.

Allein rund 600 000 Euro stehen im aktuellen Haushalt 2015 bereit. Der Anfang wurde bei beiden Schlammsilos gemacht. Die Betonsanierungen sind mittlerweile abgeschlossen. Noch fehlt die Elektrik, aber „in etwa vier Wochen werden sie wieder einsetzbar sein“, schätzt Betriebsleiter Wolfgang Stappert.

Dann wird dort wieder flüssiger Schlamm so lange zwischengelagert und entwässert, bis er nach etwa vier Wochen in der Kammerfilterpresse durch eine Art Tuch gedrückt werden kann. Was übrig bleibt, ist ein trockener Schlamm, der mit seinem hohen Stickstoff- und Phosphatgehalt wichtig für die Landwirtschaft ist.

Einlaufbereich im nächsten Jahr

Regelmäßig liefern Lkw den getrockneten Schlamm zu den Landwirten, hauptsächlich im Köln-Aachener Raum. Dort sei der Bedarf höher, so Stappert. „Der Schlamm hilft nur bei Ackerbau.“ Anders als am Niederrhein, wo die Viehwirtschaft vorherrsche, setze man dort noch vornehmlich auf den Anbau von Nutzpflanzen.

Bezahlt wird die Stadt übrigens weder für die Anlieferung noch für das Produkt. „Wir müssen sogar bezahlen, um den Schlamm zu verteilen“, sagt Stappert. Warum man diese Methode wähle, sei ein reine Kostenrechnung, so der Betriebsleiter: „Das Verbrennen des Klärschwamms wäre doppelt so teuer.“

Nächster Punkt auf der Reparaturliste ist das so genannte Schneckenpumpwerk, das nach dem archimedischen Prinzip ein bakterienreiches Schlamm-Wasser-Gemisch transportiert und mit dem eigentlichen Abwasser aus den Hamminkelner Haushalten vermengt. „Die Bakterien, die sich noch im Schlamm befinden, helfen bei der Reinigung des Abwassers.“

Die Maschinerie des Schneckenpumpwerks wird noch in diesem Jahr ausgetauscht, „eins zu eins“, so der Bauingenieur weiter. Auch die Steuerung der Kläranlage steht noch in diesem Jahr auf der Liste.

Im kommenden Jahr ist dann der Einlaufbereich für das Abwasser an der Reihe. Ein aufwendiges Projekt für Stappert und seine Mitarbeiter: „Wir müssen in diesem Jahr schon darüber nachdenken, wie man das ganze Wasser umleiten kann.“