Neue Grünschnittannahme kommt

Da oben sind die lichten Kronen der Robinien, sagt der Forstbetriebsbeamte Eckhard Remter (vorne) und alle schauen hoch.
Da oben sind die lichten Kronen der Robinien, sagt der Forstbetriebsbeamte Eckhard Remter (vorne) und alle schauen hoch.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Es gab vier Vorschläge, um den starken Andrang am Samstag am Wertstoffhof zu bewältigen. Jetzt soll es einen Versuch an einem zweiten Standort geben.

Wesel..  Am Samstag hat sich der Betriebsleiter des ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) Ulrich Streich den Riesenandrang am Wertstoffhof noch einmal genau angesehen. Er war wie fast immer in den warmen Monaten gewaltig. Bis zu 1000 Pkw kommen an solchen Tagen an die Werner-von-Siemens-Straße, wo Lenker oder Beifahrer beim ASG Grünschnitt abladen. Das ist kaum noch zu stemmen, hieß es im vergangenen Jahr und eine Gebühr für die Lieferungen wurde ins Gespräch gebracht. Nach dem Sturm der Entrüstung folgten Überlegungen, wie der Ansturm anders zu bewältigen ist.

Gestern entschieden sich die Mitglieder des Betriebsausschusses dafür, ein knapp 1700 Quadratmeter großes Gelände an der Straße „Am Blaufuß“ anzumieten, wo zwischen April und Oktober samstags von 8 bis 13 Uhr Grünschnitt bis zu 300 Liter abgegeben werden kann. Das Ganze soll zunächst probeweise passieren und das zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

19 400 Euro mehr

Sieben Schüttgutboxen sind auf dem Grundstück bereits vorhanden, dessen Miete 13 300 Euro im Jahr kostet. So könnten zehn Autos gleichzeitig entladen werden, bei großräumigerer Nutzung des Areals sogar noch mehr. Fürs Personal würden 3100 Euro im Jahr fällig, für den Mehraufwand beim Verladen 3000 Euro - macht unterm Strich 19 400 Euro jährlich. Wolfgang Lingk zeigte sich zunächst skeptisch („Das haben wir uns aber anders vorgestellt.“), stimmte dann aber wie alle anderen zu. Nur Axel Paulik (Grüne) enthielt sich.

175 Jahre alte Eichen im Ostglacis

Vor der Sitzung hatten sich einige Ausschussmitglieder bereits im Glacis, genauer gesagt im Bereich des Ostglacis, getroffen. Dort erläuterte der zuständige Forstbetriebsbeamte Eckhard Remter den frisch erstellten Betriebsplan fürs Glacis (wir berichteten bereits). 0,77 Hektar ist das Areal gerade einmal groß. Doch es beherbergt viele unterschiedliche Bäume. Angefangen von 55 Jahre altem Ahorn über 85 Jahre alten Robinien bis zu 175-jährigen Eichen. Am Beispiel der Robinien zeigte Remter, wie die Natur das Überleben selbst regelt. Sie alle haben sehr lange Stämme, aber keine ausgeprägten Kronen, weil kein Platz da ist. Nach und nach sterben sie ab und müssen - weil es sich hier um einen Erholungswald handelt - spätestens dann gefällt werden, wenn Gefahr droht. „Wir greifen der Entscheidung der Natur vor“, fasste er die Situation zusammen. Anschaulich zeigte er außerdem, was unten nachwächst. Auf einem 100 Quadratmeter großen Areal, das er abgesteckt hatte, wachsen sage und schreibe 300 Bäume nach, vor allem Ahorn. Gepflanzt worden sind sie nicht, sie haben sich selbst gesät. Letztlich werde hier ein gnadenloser Konkurrenzkampf einsetzen. Viele Sprösslinge stürben ab, andere wiederum setzten sich durch. Wie der Betriebsplan umgesetzt wird, muss noch erarbeitet werden.

Sonderreinigung in der Brückstraße

Großreinemachen heißt es nächste Woche in der Brückstraße unter den Arkaden. Weil dort kein Regen hingelangt, ist die neue Pflasterung besonders schmutzig, teilte Streich mit. Mehrere Geschäftsleute hätten dieses Thema bereits angesprochen, denn die Flecken gingen nicht so ohne weiteres weg. Jetzt soll es zunächst eine einmalige Sonderreinigung geben.