Nassgeschwitzt den Eid gesprochen

Bürgermeister Mike Rexforth arbeitet seit 25 Jahren in der Gemeindeverwaltung Schermbeck. Herbert Tekaat (rechts)   übergibt ihm die Urkunde.
Bürgermeister Mike Rexforth arbeitet seit 25 Jahren in der Gemeindeverwaltung Schermbeck. Herbert Tekaat (rechts) übergibt ihm die Urkunde.
Foto: Markus Weissenfels / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Mike Rexforth hat 25-jähriges Dienstjubiläum und erinnerte sich an seinen ersten Tag.

Schermbeck.. Ein wenig gerührt sieht er schon aus, als die Kollegen ihm Blümchen und Urkunde reichen: Bürgermeister Mike Rexforth hatte gestern 25-jähriges Dienstjubiläum. Nicht als Bürgermeister, als Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Das war seinem Vertreter Herbert Tekaat, Personalratsvorsitzendem Klaus Neumann und Kämmerer Frank Hindricksen eine Gratulation und eine kleine Rede wert.

Es sollte ja auf Wunsch des Bürgermeisters kein großer Bahnhof werden, sondern „wie üblich: kurz und knackig“, wie Tekaat es formuliert. Er wünscht Rexforth „weiterhin eine gute Hand“, er möge seine Aufgaben so erfüllen, wie er es sich vorgenommen habe. „Und dass Du Deinen Schwerpunkt mit Blick auf das Personal beibehältst.“

Dickes Lob für den Ersten Bürger der Gemeinde auch von Personalratschef Neumann, „alle sehen Dich weiter als Kollegen, nicht als Bürgermeister.“

Rexforth gibt die Komplimente artig zurück, „Ihr macht es mir auch ziemlich einfach“, und lobt das Team und die Kollegialität. Betriebsjubiläen sollen künftig etwas mehr Gewicht bekommen, es sei schließlich keine Selbstverständlichkeit mehr, 25 Jahre bei einem Unternehmen zu bleiben. Und Wertschätzung schafft Loyalität - schon jetzt werben die Kommunen einander die Fachleute ab, da ist es wichtig, gute Leute auch zu halten.

Rexforth selbst erinnert sich noch gut an den Tag seines Amtseides. „Es war heiß, über 30 Grad.“ Und weil der Gemeindedirektor nicht da war, sei er zur „grauen Eminenz“ Hans Zelle, stellvertretender Gemeindedirektor, ins Alte Rathaus gegangen. „Ich weiß nicht, ob ich den Amtseid fehlerfrei über die Bühne bekommen habe“, sagt er heute. Daran war nicht allein die Hitze Schuld.

Nach der Ausbildung ging’s ins Steueramt, ein Jahr später wechselte er in den Bereich Sozialamt und Ordnungsamt. Und übernahm quasi die Leitung im Sozialbereich. „Du machst das schon“, hieß es. „Das Sozialamt formt einen persönlich und macht einen demütig“, sagt Herbert Tekaat, der diese Erfahrung ebenfalls gemacht hat. 2003 übernahm Rexforth für den schwerkranken und später verstorbenen Kollegen Manfred Horstmann zusammen mit Klaus Neumann den Bereich Finanzen. „Wir hatten von Tuten und Blasen nur wenig Ahnung und die Haushaltsplanung musste geliefert werden.“

Beamter auf Lebenszeit ist Rexforth nicht mehr, seit er das Bürgermeisteramt angenommen hat. Vieles habe sich in den vergangenen 20 Jahren geändert.Wird er in fünf Jahren nicht wiedergewählt, „dann werde ich sicher nicht am Mühlenteich angeln gehen. Dann mache ich etwas anderes.“ Aber: Wär schon schön, zehn Jahre Bürgermeister zu sein, „manche Projekte brauchen soviel Zeit, um sich zu entwickeln“.