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Karneval

Närrische Spielwiese

14.02.2010 | 17:44 Uhr

Hamminkeln. Schon mal was von Hammiwood gehört? Dieser neuen Schickimicki-Stadt zwischen Wesel und Bocholt? Wer drin ist, ist in. Und deshalb war es kein Wunder, dass die Hamminkelner Schickeria sich gerne zum jecken Stelldichein in der Bürgerhalle versammelte.

Karneval mit Stars und Sternchen: Das lockte neben rund 300 gut gelaunten Narren auch die internationale Prominenz auf die närrische Spielwiese der Schönen und Reichen. Und so wunderte es nicht, dass Amy Winehouse ebenso gerne wie die jüngst auferstandene Marilyn Monroe die Einladung von HVV-Sitzungspräsident Stefan Tidden annahm.

Der servierte seinen Gästen statt Kaviar und Schampus zwar Bier und Wiener Schnitzel, trotzdem machte er aus seinem Stolz über die hochkarätige Gästeliste kein Geheimnis. Bürgermeister Holger Schlierf habe zwar auch schon jede Menge „Local Heroes” empfangen, der HVV könne dagegen mit echten Weltstars aufwarten, witzelte Tidden. 

Ernste Gesichter im Karneval. Doch die gehören hier zur Choreografie der Akteurinnen auf der Bühne. Foto: Gerd Hermann

Und die ließen sich beschützt durch Bodyguards mit Knopf im Ohr und Sonnenbrille nur zu gerne von famosen Büttenreden und pfiffigen Tanzdarbietungen unterhalten. Während „Die wilde 13” gewohnt gekonnt zu fetzigen Michael Jackson-Sounds über die Bühne fegte, plauderte „Schwester Ampulla” Agnes Gajdzik mit Spritze und Krankenschwesterhäubchen aus dem Nähkästchen über wehleidige Männer und mit Teflon beschichtete Bettpfannen für Privatpatienten.

Für einen Traum aus 1001 Nacht sorgten die Bauchtänzerinnen Maria Götz, Anne Heiduk und Maren Haenel, die sich in zauberhaften Kostümen zu orientalisch-poppigen Rhythmen bewegten und den Vorführungen das i-Tüpfelchen aufsetzten. Ein fulminantes Programm, das sich auch die Prinzen und Lieblichkeiten aus Brünen und Dingden nicht entgehen lassen wollten. Genau wie alle Mitwirkenden heimsten auch sie am Ende einen begehrten „Oscar”-Orden ein. Statt Bützchen gab's zum Dank ein paar Bussis. So wie es in Hamminkeln-Hammiwood selbstverständlich neuerdings üblich ist.

Julia Schulters

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