Mut zum Jazzen brachte Spaß

Einfach mal probieren: Als „Mitspielerin“ von Aart Gisolf und Hanns Hübner traute sich etwa Elisabeth Werner auf die Bühne.
Einfach mal probieren: Als „Mitspielerin“ von Aart Gisolf und Hanns Hübner traute sich etwa Elisabeth Werner auf die Bühne.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Erneute Jam-Session füllte den Saal des Kulturspielhauses Scala in Wesel. Immer mehr trauen sich, bei den Musikern mitzumachen. Fortsetzung ist bereits geplant.

Wesel..  Fröhlich ging es zu, oft auch leidenschaftlich - bei der vierten Jazz-Session im Scala Kulturspielhaus. Zum Frühschoppen am Sonntag durfte „gejammt“ werden. Erneut lud eine Rhythmusgruppe rund um Hanns Hübner Interessierte und Musikbegeisterte zum Zuhören und Mitspielen ein. Dabei ging es den Musikern nicht um Perfektionismus, sondern um Spaß am Musizieren und Improvisieren.

„Man spricht ein Thema ab und schaut, ob es klappt oder nicht“, erklärte der Neu-Weseler und Bassist Hanns Hübner. Das Schöne am Jazz ist für ihn die große Vielfältigkeit und Freiheit. „Man hat fest vorgegebene Strukturen, innerhalb derer man improvisieren kann“, so Hübner. Er hat die regelmäßigen Jazz-Sessions im Scala zusammen mit Karin Nienhaus ins Leben gerufen, um auch in seiner neuen Heimat Musiker und Musikbegeisterte kennenzulernen. Gemeinsam mit Stefan Bur am Vibrafon, Dietmar Fest am Schlagzeug, Theo Obermann am Keyboard und Aart Gisolf am Saxophon bildet er die „Kerntruppe“ der Weseler Jazz-Sessions.

Hanns Hübner freut sich über den großen Anklang, den die Jazz-Veranstaltungen mittlerweile bei den Weselern finden. Auch gestern war der Saal schnell gefüllt. „Wir haben noch nie so ein volles Haus gehabt“, stellte Aart Gisolf, der das dreistündige Programm moderierte, begeistert fest.

Die Aufforderung, sich zu der Gruppe auf die Bühne zu gesellen und mitzuspielen, wurde zunächst nur zögerlich angenommen. Das Niveau der Musiker, die die Musik teils sogar zu ihrem Beruf gemacht haben, hielt davon ab. „Wir freuen uns über jeden, der mitspielen möchte. Auch über Anfänger, die es einfach mal ausprobieren wollen“, machte Hanns Hübner Mut.

Mit der Querflöte ins Konzert

Elisabeth Werner wagte es. Sie spielt seit etwa vier Jahren Saxophon und war auch schon bei der letzten Jazz-Session dabei. „Da war ich noch sehr vorsichtig“, so die Weselerin. „Heute möchte ich versuchen, mich mehr einzubringen“. Sogar ein Solo hatte sie vorbereitet. Ein bisschen Aufregung gehöre natürlich dazu, aber „es überwiegt die Freude“. Die Weselerin nutzt das Musizieren auch, um zu entspannen: „Man pustet den Stress ins Instrument hinein und heraus kommt tolle Musik“.

Nach und nach folgten andere ihrem Beispiel und trauten sich auf die Bühne. So Peter Wolbring mit seinem Saxophon, der sich zum ersten Mal an einer solchen Veranstaltung beteiligte. Auch Andreas Voß, der bereits bei der ersten Session im Juni vergangenen Jahres dabei war und damals spontan gesungen hatte, stimmte wieder mit ein. Diesmal hatte er seine Querflöte mitgebracht.

Ermutigt und unterstützt wurden die Musiker von den Zuhörern, die mit viel Applaus und Zurufen zeigten, wie sehr ihnen die Musik gefiel. Ihnen wurde ein breites Repertoire geboten - von Blues über modernen Swing bis hin zur Latin-Musik.

Die nächste Jazz-Session im Scala ist schon geplant: Sie wird am 15. März stattfinden.