Musizieren um den Grenzlandpokal

Foto: Funke Foto Services

Hamminkeln..  Flotte Flötenklänge und rhythmisches Marschgetrommel erklangen am Sonntag in der Turnhalle der Heinrich-Meyers-Realschule. Hier richtete der Spielmannszug Dingden-Lankern den jährlichen „Grenzlandpokal-Wettstreit“ aus, bei dem sich acht Vereine aus den Kreisen Wesel und Borken maßen.

Komplizierte Wertung

Die Spielmannszüge (SZ) mit erwachsenen Mitgliedern traten zunächst in zwei Durchgängen der Marschklasse gegeneinander an, anschließend in der Konzertklasse. „Für die Marschklasse werden zwei Stücke vorbereitet, die Marschcharakter haben“, erklärt Verena Holtkamp, Pressesprecherin des ausrichtenden Spielmannszuges Dingden-Lankern. „Es sind nicht die Straßenmärsche, die man vom Schützenfest kennt, sondern Konzertmärsche.“

Zu hören waren dabei Märsche, wie etwa „Der Sonne entgegen“ von Anton Ulbrich, bei denen sich schnelle, dynamische Teile, von den Trommeln dominiert, mit sanfteren Melodien abwechselten, die von den vielen unterschiedlichen Flöten gespielt wurden. Zwei Wertungsrichter verteilten dabei Punkte in Kategorien wie Intonation, Dynamik oder musikalischer Gesamteindruck.

Im zweiten Durchgang wurde die Gruppe geteilt, die vier besten spielten dann in der A-Klasse gegeneinander, die anderen vier in der B-Klasse, diesmal das zweite Stück und wieder gab es Punkte. „Trotzdem könnte ein Verein aus der B-Klasse auch gewinnen, wenn er in der Konzertklasse genug Punkte holt“, erläutert Verena Holtkamp das etwas komplizierte Wertungssystem. „Allerdings haben die Sieger der A-Klasse meist schon sehr viele Punkte.“

Die Konzertklasse ist eine weitere Runde, bei der wieder alle acht Vereine mitmachen und modernere Stücke präsentieren.

Eine Kategorie ist das „Musizieren in Bewegung“, in diesem Jahr waren es aber nur zwei Vereine, der SZ Heiden und der SZ Ramsdorf, die mit ihren Instrumenten über eine vorher abgesteckte Route auf der benachbarten Wiese marschierten.

Bei der Jugendklasse hingegen haben die Gruppen freie Wahl der Stücke. Ihre Musikauswahl war daher wesentlich breiter gefächert, so entschied sich etwa der SZ Südlohn für eine bunte Wild-West-Mischung mit bekannten Melodien, wie dem „Bonanza“-Titellied oder der „Dallas“-Melodie, und als zweites für ein Arrangement aus „Starlight-Express“.

Da der SZ Dingden-Lankern den Wettstreit in diesem Jahr ausrichtete, nahm er selbst nicht am Wettbewerb teil. Daher war der SZ Wertherbruch der einzige teilnehmende Verein aus dem Kreis Wesel. Lediglich in der Schülerklasse, bei dem sich der musikalische Nachwuchs ohne oder mit nur wenig Bühnenerfahrung, misst, schickten die Lankerner ihre 50 Schüler ins Rennen gegen den SZ Ramsdorf und den SZ Oeding.