Musik, die Spuren hinterlässt

wakkelmann griff ordentlich in die Saiten - das gefiel.
wakkelmann griff ordentlich in die Saiten - das gefiel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Benefizkonzert für die Palliativ-Pflege begeisterte Akteure und Publikum im Scala

Wesel..  Palliativ-Pflege und laute, feierliche Musik - dass das sehr wohl zusammen passt, zeigte Christel Wolbring mit einem Benefiz-Konzert des besonderen Art. Ihr Tun und das ihrer Kolleginnen musikalisch auszudrücken, das war das Ziel der Leiterin der ambulanten Palliativ-Pflege „e.Vita“. Vielleicht könne man die Gefühle, die sie und andere Pflegerinnen bei der Arbeit haben, mithilfe der Musik verdeutlichen. So entstand die Idee.

Alle zogen ehrenamtlich mit

Dabei war Christel Wolbring eines besonders wichtig: „Wir sind Lebensbegleiter in einer besonderen Lebenszeit“, betonte sie. Nicht, wie viele sagen, „Sterbebegleiter“. Das Konzert sollte die Vielschichtigkeit der Arbeit und auch des Lebens widerspiegeln. Der Kontakt zu den Bands entstand, als sie Volker Hachenberg, Mitglied der Rebel-Tell-Band, durch die Arbeit begegnete. Die Band erklärte sich gern zu einem Konzert bereit. Genauso wie die Gruppen Zwakkelmann und Tres Amigos. Alle Musiker spielten, ohne dafür vergütet zu werden. Christel Wolbring Dank galt auch Karin Nienhaus, die das Scala-Kulturspielhaus kostenlos zur Verfügung stellte. Und sie freute sich über die Unterstützung von Rolf Feldmann, der als Tontechniker ebenfalls ehrenamtlich im Einsatz war.

Das Experiment endete mit einem positiven Fazit: Das erste Benefiz-Konzert dieser Art für e.Vita sei mit Sicherheit nicht das Letzte, resümierte Christel Wolbring. Rund 350 Gäste tummelten sich im Saal des ehemaligen Kinos. Neben thematisch unbeteiligten Besuchern, die sich ihr Ticket an der Abendkasse kauften, waren auch viele Angehörige von Patienten gekommen. Durch den Verkauf der Eintrittskarten und Spenden wurden 4500 Euro eingenommen, wie die Rebel-Tell-Band vor ihrem Auftritt feierlich verkündete. Eine frohe Botschaft, die das Publikum jubeln ließ und in Feierlaune versetzte. Das Geld wird dafür verwendet, dass die Palliativ-Pfleger mehr Zeit mit den Patienten verbringen können als es sonst möglich wäre.

Ganze zweieinhalb Stunden lang lauschten die Besuchern den Bands mit ihren unterschiedlichen Musik-Stilen. Mit Zwakkelmann trat als Erster ein Musiker auf, der auf seiner Gitarre dem Punk huldigte und dazu meist witzige Texte sang. „Ich bin der Mann ohne Manko, der alles weiß und alles kann“, lautete eine der Zeilen. Für den Sänger war es eine schöne Sache, an dem Benefiz-Konzert teilzunehmen: „Ich mache das echt gerne“, sagte er. „Ich weiß, dass wir heute positive Spuren hinterlassen werden.“

Blues spielten die Tres Amigos mit Cover-Songs, aber auch einem eigenen Lied. Richtige Stimmung kam bei der Rebel-Tell-Band auf: Das Publikum tanzte fröhlich zu den gecoverten Liedern der Band. Sogar einen Musikwunsch erfüllte sie. Mit lautem Gesang wurde sie aufgefordert, ihr Cover von Andrea Bergs „Tausend mal belogen“ zu singen. Da konnten die Musiker nicht nein sagen. Auch viele andere Lieder wurden lautstark von den Besuchern mitgesungen.

Botschaft kam an

So verbanden sich Erlebnis und gute Sache auf gelungene Weise. „Es ist toll, dass es so voll ist, und die Stimmung ist super“, fand Besucherin Nicola Hansen. Auch die beabsichtigte Botschaft von Christel Wolbring kam an: „Die Musik ist kräftig – man merkt, dass Palliativ auch aktives Leben bedeutet“, meinte Barbara Vogel.

Das tat der Veranstalterin gut: „Ich bin sehr glücklich, dass das Konzert so gut ankommt“, freute sich Christel Wolbring.