Munterer Musical-Mix

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Wesel..  „Gute Stimmen haben die ja!“, raunte sich das Publikum zwischen den ersten Liedern der „Musical Mix-T(o)ur“, die am Samstag in der Inselstube auf dem Campingplatz Grav-Insel gastierte, leise aber trotzdem unüberhörbar zu. „Ja, das stimmt!“, war meist als Antwort zu hören. Die vier Künstler des Abends boten eine abwechslungsreiche Gala quer Beet durch das Musical-Universum.

Moderator Frank Zimmermann (gleichzeitig auch Chef der Show) führte mit charmantem Duisburger Ruhrpott-Slang dabei galant von Musical zu Musical. „Es war einmal ein selbstsüchtiger Prinz …“, sprach er als Märchenerzähler mit einem großen Buch in der Hand.

Fliegender Kostümwechsel

Schon stand die schöne Belle im wallenden Kleid auf der Bühne und sang das Titellied „Die Schöne und das Biest“. Trotz der großen Hitze wechselten die Sängerinnen und Sänger flink die Kostüme und die Charaktere. Gerade hörte man noch der österreichischen Kaiserin Elisabeth zu, die „Ich gehör nur mir“ fein und kraftvoll sang und sich gleich danach den Tod bei „Der letzte Tanz“ vom Leib halten musste.

Auch Klassiker standen auf dem Programm der „Musical Mix-T(o)ur“. Aus der tragischen Geschichte von Victor Hugo „Les Misérables“ wurde „Das Lied des Volkes“, die Ballade „Ich hab geträumt vor langer Zeit“ und die launige Wirtshausszene „Herr im Haus“ geboten.

Kantinenambiente

Dabei blieben die Akteure nicht auf der Bühne, sondern liefen immer wieder, teils animierend, durchs Publikum. „Leider fehlt mir hier ein bisschen Ambiente!“, meinte eine Zuschauerin aus Ginderich, die mit Freunden einen schönen und lauen Sommerabend genießen wollte. „Die großen Tischblöcke haben leider zu viel Kantinenfeeling. Mir fehlt eine ansprechende Tischdeko und Musical-Ambiente“, ergänzt sie und trennt da klar zwischen Veranstaltungsort und künstlerischer Leistung. Tamara Peters, Verena Itze, Patrick Phlipsen und Florian Albers gaben, was das Künstlerherz zu geben vermochte. Phlipsen und Itze ließen das berühmte „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ aus „My Fair Lady“ erklingen. Gleich danach biss sich Florian Albers bei „Totale Finsternis“ im Hals von Tamara Peters fest. Witziges wechselte mit Stimmung und Tragik. Natürlich kamen auch Songs aus „Ich war noch niemals in New York“ – dem „Udo Jürgens Musical“.

Strapsen und Mieder

Mehr Showeffekt gab es dann bei „Mamma Mia“ und natürlich bei „Sweet Transvestite“ aus der „Rocky Horror Show“. Florian Albers zeigte in der Rolle des „Dr. Frank N. Further“ viel Haut in Strapsen und Mieder. Applaus von leider nur rund siebzig Gästen war der Lohn für die schweißtreibende Arbeit auf der Bühne.

Die Akteure bedankten sich mit dem Seelenschmeichler „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Peter Maffays Kindermusical Tabaluga.

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