Müllaufsammeln für Peru

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Wesel..  Ein bisschen mühsam ist die Arbeit mit der Zange ja schon, findet Michelle, und dann ist das Wetter auch noch so doof, feiner Nieselregen wechselt sich mit dicken Regentropfen ab, doch ans Aufgeben denkt die 13-Jährige nicht – es ist ja für einen guten Zweck. Gemeinsam mit Freundin Zoé sammelt Michelle Müll im Heubergpark auf. Mit der unhandlichen Greifzange lässt sie einen Zigarettenstummel nach dem anderen in den schwarzen Eimer plumpsen. Zwei Stunden sind angesetzt, dann werden sie für ihre Arbeit belohnt – mit einer Spende im Rahmen des Projekts „Action Kidz“ der Kindernothilfe.

Daran beteiligten sich die Schüler der 6c der Gemeinschaftshauptschule Martini. Einen Tag lang waren sie in Unternehmen unterwegs und verrichten unterschiedlichste Arbeiten. Die Idee der Kindernothilfe – Jungen und Mädchen im Tausch gegen eine Spende bei Freunden, Verwandten und in Geschäften arbeiten zu lassen – gefiel Klassenlehrerin Sina Mauracher und ihren Schützlingen sofort. „So erleben die Schüler, wie es den Kindern in Peru ergeht, die jeden Tag hart arbeiten müssen.“

Doch willige Unternehmen zu finden, die gegen eine Spende die Sechstklässler bei sich aufnehmen, war gar nicht so einfach, erklärte Mauracher. „Einige waren skeptisch und lehnten ab.“ Aber die Klasse ließ sich nicht unterkriegen und horchte weiter nach. Kam schließlich zum Zug – im Jugendzentrum Karo, im Spielzeugladen, beim Frisör, im Martini-Kindergarten und Altenheim, im Autohaus oder bei der Stadtbibliothek – um nur einige zu nennen. Sogar der Elektro-Fachmarkt Saturn sagte zu und spendete. Einige Schüler erledigten zusätzlich Arbeiten zu Hause: Spülmaschine ausräumen, Windeln wechseln beim kleinen Geschwisterchen oder Staubsaugen füllten die Spendenkasse zusätzlich. So kamen insgesamt gut 400 Euro für die Kindernothilfe zusammen.

Michelle, Zoé, Evelyn und Mathusika entschieden sich für eine Aufräumaktion im Heubergpark. Denn nebenbei täten sie eben auch der Umwelt etwas gutes. Lehrerin Mauracher ist stolz auf ihre Schützlinge. „Es geht darum, auch an die zu denken, die es nicht so gut haben.“ Mission erfüllt.