„Möchten auf Grün nicht verzichten“

Anwohner der Straße In der Aue beklagen die Grünflächenreduzierung für den Straßen- und Parkplatzausbau.
Anwohner der Straße In der Aue beklagen die Grünflächenreduzierung für den Straßen- und Parkplatzausbau.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Anwohner der Straße „In der Aue“ in Hünxe beklagen Versiegelung für Ausbau und Parkflächen. Sträucherhecke wurde ohne ihr Wissen entfernt

Hünxe..  „Nicht gut. Herr Bürgermeister. So nicht“, steht in fetten Buchstaben auf weißen Blättern, die Kinder auf dem Gehweg an der Straße „In der Aue“ in Hünxe – in Höhe der Häuser 45 bis 51 – hoch halten. Unterstützt werden sie von ihren Eltern und anderen Anwohnern. Konsterniert blicken alle auf das leere Pflanzbeet entlang des Straßenteilstücks, wo bis Montag noch eine dichte Hecke mit Sträuchern stand und besonders Kindern auf dem Weg zu Kindergarten und Schulzentrum Schutz vor fahrenden Autos bot.

„Innerhalb von einer Stunde hat der Bagger gestern alle Sträucher herausgerissen. Wir Anwohner wurden nicht informiert, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt“, erregt sich Udo Höll. „Hier sollen im Zuge der Verkehrsplanung rund um das Schulzentrum wohl Parkplätze entstehen.“ Damit konterkariere die Gemeinde ihr eigenes Motto: „Das Dorf im Grünen.“ Und er fügt hinzu: „Straßen werden dem Verkehr angepasst, statt umgekehrt.“ Es handele sich ja um ein reines Wohngebiet mit einer Tempo-30-Zone. Höll: „Es wurde schon genug Fläche verdichtet.“

Ähnlich sieht das auch Anwohner Friedhelm Unterloh. Die Verkehrsberuhigung in dem Gebiet sei vor Jahren im Wesentlichen umgesetzt worden, „an diesem Ausbau möchten wir aber nichts verändert wissen“.

Das hätten auch die Anlieger vor gut einem Jahr bei ihrer Beteiligung am Verkehrskonzept der Gemeindeverwaltung mitgeteilt. Gerade die Fahrbahnverengung durch Pflanzbeete behindere „wenigstens etwas das oft zu schnelle Fahren“. Dass jetzt auch vor ihrer Haustür statt Begrünung neue Parkplätze entstehen, sehen die Anwohner skeptisch. Große Autos, Lkw oder Wohnmobile („meist von Auswärtigen“) würden die neuen Abstellflächen nutzen „und Kindern die Sicht auf die Straße nehmen“. Außerdem würde der Platz zum Durchfahren gerade für Busse noch enger „und auf unserer Stichstraße wird bestimmt gewendet“, glauben Unterloh und Co.

Sie appellieren an die Verwaltung, den Straßenabschnitt zum Parken nur für Anwohner auszuweisen, Parkmöglichkeiten an der Schule und im Sportzentrum zu erweitern und auf zusätzliche Versiegelung der Flächen zu verzichten.

„Auf das Grün vor unserer Tür möchten wir aber nicht verzichten. Ein jährlicher Schnitt der Sträucher hätte gereicht. Wir wollen hier keine Parkplätze für Auswärtige“, sagt Udo Höll. Er regt zusätzlich noch ein Halteverbot auf der anderen Straßenseite an. Und: „Der ganze Plan ist nicht zu Ende gedacht. Wenn sich die Situation nicht verbessert, werden wir ins Rathaus gehen und protestieren.“

Diese Maßnahme sei unabhängig von der Schulwegplanung zu sehen, erklärt Anke Schott von der Verwaltung. „Wir nehmen Grünflächen weg, damit an anderer Stelle Raum für Parkflächen entsteht. Wir wollen vorgeben, wo künftig geparkt werden darf.“ Die Straße im genannten Bereich In der Aue werde verbreitert. Alle Anlieger hätten Gelegenheit, ihre Argumente im nächsten Ausschuss für Schule, Jugend, Kultur und Sport vorzubringen. Der tagt am Montag, 2. März, um 17 Uhr im Rathaus.