Mit Wärme und Überzeugungsarbeit

Landrat Ansgar Müller überreichte Josefa Bittner die Verdienstmedaille. Im Hintergrund ihr Mann Eugen Bittner.
Landrat Ansgar Müller überreichte Josefa Bittner die Verdienstmedaille. Im Hintergrund ihr Mann Eugen Bittner.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Büdericherin Josefa Bittner wurde für ihr vielfältiges Engagement ausgezeichnet

Wesel..  Langeweile kennt Josefa Bittner nicht. Ob als stellvertretende Bürgermeisterin, Mitglied des Pfarrgemeinderates in ihrem Heimatdorf Büderich oder Koordinatorin der Sternsinger-Aktion im Polderdorf – die heute 76-Jährige engagierte sich in den vergangenen Jahren auf vielfache Weise und ist zum Teil auch heute noch aktiv. Als Opfer oder Belastung sah Josefa Bittner ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten nie an, im Gegenteil: „Alles, was ich getan hab, hab’ ich gern getan und werde es auch weiterhin gern tun“, sagte sie am Montag im Weseler Rathaus. Dort erhielt die Büdericherin zum Dank für ihren Einsatz die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die Gesellschaft brauche Menschen, die sich vielfältig engagieren und dabei auch behutsam Neuerungen auf den Weg bringen und die Gesellschaft zum Umdenken bewegen, sagte Landrat Dr. Ansgar Müller in seiner Laudatio. So gelang es Josefa Bittner beispielsweise seinerzeit, in der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter durchzusetzen, dass auch Mädchen Messdiener werden können. Und das, obwohl diese Neuerung „nicht bei allen Beteiligten auf Gegenliebe“ gestoßen sei und Diskussionen und Überzeugungsarbeit nötig gewesen seien.

Die Rentnerin, die früher im Büdericher Kindergarten St. Marien arbeitete, war von 1994 bis 2009 für die CDU im Rat der Stadt Wesel vertreten und während dieser Zeit unter anderem im Jugendhilfeausschuss sowie Schul- und Sportausschuss aktiv. Als stellvertretende Bürgermeisterin hatte sie Kontakt zu vielen Menschen in der Stadt und blieb so manchem durch ihre warme und zugewandte Art in Erinnerung, wie Ulrike Westkamp in ihrer Ansprache erinnerte. Bei einem Besuch in einem Seniorenheim habe sich Josefa Bittner intensiv mit einem alten Mann unterhalten, berichtete die Bürgermeisterin. Der Senior habe gesagt, wie gern er doch mal wieder ein knusprig gebratenes Kotelett essen würde. Josefa Bittner bereitete daraufhin in ihrer heimischen Küche ein Kotelett zu und brachte es dem Mann.

Konfessionsübergreifend

Während ihrer Zeit im Pfarrgemeinderat baute Josefa Bittner einen regen Kontakt zu einer Gemeinde in Wittstock in Brandenburg auf, leitete Ferienlager unter anderem in der Schweiz und Italien, engagierte sich für die offene und konfessionsübergreifende Jugendarbeit im evangelischen Adolph-Clarenbach-Haus in Büderich oder kümmerte sich um die integrative Kindertagesstätte „Regenbogenhaus“.

Fest verbunden ist die 76-Jährige in Büderich außerdem mit der Sternsinger-Aktion, die sie selbst seinerzeit wieder ins Leben rief. Ihr Mann Eugen, gelernter Schneider, nähte in der Anfangszeit viele Gewänder für die Mädchen und Jungen. Zu Beginn jeden Jahres kommen die Sternsinger im Partykeller der Eheleute Bittner zusammen, ziehen sich an und schminken sich und ziehen von dort aus durchs Polderdorf.

Eugen Bittner unterstützte seine Frau übrigens nicht nur bei der Sternsinger-Aktion, sondern auch bei ihren weiteren Tätigkeiten. Als Fahrer brachte er sie viele Jahre lang zu ihren zahlreichen Terminen.