Mit Trommeln und Tröten

So m acht Schule doch richtig Spaß - kleine Jecken zogen durch Schermbeck.
So m acht Schule doch richtig Spaß - kleine Jecken zogen durch Schermbeck.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Schermbecker Grundschüler feierten ihren traditionellen Karneval. Die Tradition entwickelte sich an der GGS Schermbeck Anfang der 2000er-Jahre und hat sich fest etabliert.

Schermbeck..  In bunten Kostümen und mit aufgeregten Stimmchen kamen die Erst- bis Viertklässler Freitag zur Gemeinschaftsgrundschule.

An kaum einem Tag macht Schule so viel Spaß, wie am Karnevalsfreitag: nach zwei Stunden Spiel und Spaß in den Klassenräumen zogen die Kinder durch den Ort zum Rathaus.

Mit „Stopptanzen“, der „Reise nach Jerusalem“ oder „Mord in der Disco“ kann man die Kinder auch heutzutage noch begeistern, weiß Schulleiterin Gunhild Lohuis.

Doch auch neue Spieltrends finden den Einzug ins Klassenzimmer, wie etwa die „polnische Hochzeit“; ein Spiel bei dem die Jungs sich ein Mädchen aussuchen, dass sie gerne „heiraten“ möchten und die Mädchen durch Fragen erraten müssen, wer die Auserwählte ist. „Das ist in der vierten Klasse der Hit“, erklärt die Schulleiterin.

Nach der großen Pause stand der Höhepunkt des Tages an: der Umzug. Ausgestattet mit Rasseln, Schellen, Tröten und Tambourins zogen Kinder los - als Prinzessin, Cowboy oder Hexe, Batman oder Darth Vader, sogar satirische Darstellung mehr oder weniger prominenter Persönlichkeiten waren dabei.

So kam ein Junge etwa als Thomas Anders, inklusive Perücke, „Nora“-Kette und einem aufblasbaren Keybord.

Pia Linneweber (9) ging als „Grufti“, ganz in schwarz-weiß, ihre Freundin Klara Zens (ebenfalls 9) als Erdbeere.

„Eigentlich wollten wir alle zusammen als Hippies gehen, aber das haben wir uns dann doch anders überlegt“, erklärt Pia und deutet auf eine Gruppe zu der außerdem eine Waldfee, eine Vampirbraut und ein Batgirl gehören.

Die Klassenlehrer hingegen haben am gemeinsamen Motto festgehalten, sie waren als Piraten unterwegs.

Die Tradition entwickelte sich an der GGS Schermbeck Anfang der 2000er-Jahre und hat sich fest etabliert. Anstelle eines Martinsumzugs, den stets die katholische Grundschule organisiert, feiert man hier Karneval.

Und zwar besonders nah an der ursprünglichen Tradition, denn bei dem Umzug handelt es sich um einen „Krachmacher-Umzug“.

„Um böse Wintergeister zu vertreiben“, erläutert Schulleiterin Lohuis. Aus rund 180 Kinderkehlen klangen enthusiastische „Helau“-Rufe, in der mehrere hundert Meter langen Schlange wurde getrötet, gerasselt und getrommelt. Eltern und Anwohne pusteten Seifenblasen und Konfetti dazu.

Den Abschluss fand die Karawane am Rathausvorplatz, wo Eltern und Schulverwaltung Kamelle regnen ließen.