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Mit Radar gegen Raser

02.12.2011 | 20:00 Uhr
Mit Radar gegen Raser
Foto: Gerd Hermann, WAZ FotoPool

Kreis Wesel.   Die Zahl der Unfälle steigt, zu hohe Geschwindigkeit ist einer der entscheidenden Faktoren. Mehr Kontrollen sollen Raser ausbremsen.

Die Zahl ist alarmierend: In den vergangenen elf Monaten starben 20 Menschen bei Verkehrsunfällen im Kreis Wesel. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 100 Prozent. Ein wesentlicher Faktor bei der Ursache ist dabei die Geschwindigkeit, haben die Verantwortlichen bei der Kreispolizei festgestellt und schließen sich deshalb auch zügig der neuen, landesweiten Verkehrsstrategie an, konsequent gegen Raser vorzugehen. Wo und wann Geschwindigkeit gemessen wird, erfahren die Bürger von heute an auf der Internetseite der Polizei.

Messstellenveröffentlichen

Mit gezielten Geschwindigkeitskontrollen, Informationen und Präventionsaktionen sollen die Autofahrer im Kreis über die Gefahren der Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgeklärt werden, kündigte Landrat Dr. Ansgar Müller gestern an. Er erhofft sich davon eine nachhaltige Senkung der Unfallzahlen, vor allem aber der Folgen solch schwerer Unfälle. Nicht zuletzt wegen der bedenklichen Entwicklung der Unfallzahlen gehört der Kreis Wesel zu den Behörden in Nordrhein-Westfalen, die sehr schnell das in der vergangenen Woche angekündigte Aktionsprogramm von Innenminister Jäger zur Geschwindigkeitsmessung umsetzt. „Wir appellieren an jeden einzelnen Autofahrer sein Tempo anzupassen“, sagt Sabine Vetter von der Pressestelle der Kreispolizei. Deshalb will die Behörde auch ganz offen mit den nun verstärkt angesetzten Geschwindigkeitsmessungen in den Städten und Gemeinden umgehen und die Verkehrsteilnehmer über Zeit und Ort informieren.

Zusätzliche Radarmessgeräte sollen zunächst nicht angeschafft werden, die vorhandenen werden allerdings wesentlich intensiver eingesetzt. Auch zusätzliches Personal für den Verkehrsdienst der Polizei ist nicht vorgesehen. „Wir werden nicht mehr so häufig die Autofahrer direkt nach dem Geschwindigkeitsverstoß anhalten, sondern unsere Augenmerk darauf legen, so häufig wie möglich den Verkehr zu kontrollieren“, kündigte Sabine Vetter an.

Dass bei den künftig im Internet aufgelisteten Messstellen nur der Stadtteil oder nur der Straßenzug ohne konkrete Ortsangabe steht, begründet die Sprecherin mit der Transparenz für die Bürger. „Wenn unsere Kollegen an einem Messpunkt schon nach kurzer Zeit feststellen, dass nur wenig Verkehr herrscht, kann die Messstelle innerhalb des Ortes oder der Straße verlagert werden. Der Bürger soll sich darauf verlassen können, dass an dem jeweiligen Tag auch im angegebenen Bereich geblitzt wird.“ Darüber hinaus könne jede Polizeiwache auf Hinweise von Bürgern reagieren und mit den vorhandenen Laser-Geräten außerhalb der genannten Zeiten und Orten Raser ins Visier nehmen.

Hier wird geblitzt:
Für jeweils vier Städte und Gemeinden pro Wochentag werden Geschwindigkeitskontrollen im Internet auf der Seite der Polizei angekündigt. In der nächsten Woche sind das Montag: Moers, Ortsteil Hochstrass, Neukirchen-Vluyn, Ortsteil Neukirchen, Wesel, Bereich B 58, Hamminkeln, Bereich B 473; Dienstag: Hamminkeln, Ortsteil Brünen, Schermbeck, Bereich B 58, Rheinberg, Ortsteil Ossenberg, Alpen, Bereich B 57; Mittwoch: Dinslaken, Ortsteil Hiesfeld, Voerde, Ortsteil Friedrichsfeld, Sonsbeck, Ortsteil Labbeck, Xanten, Ortsteil Marienbaum; Donnerstag: Neukirchen, Ortsteil Vluyn, Kamp-Lintfort, Ortsteil Lintfort, Wesel, Ortsteil Feldmark, Hünxe, Ortsteil Drevenack; Freitag: Moers, Ortsteil Repelen, Rheinberg, Bereich B 58; Voerde, Ortsteil Möllen, Dinslaken, Ortsteil Bruch; Samstag: Wesel, Ortsteil Schepersfeld, Hamminkeln, Ortsteil Ringenberg, Moers, Ortsteile Meerbeck und Hülsdonk; Sonntag; Schermbeck, Ortsteil Damm, Hünxe, Ortsteil Gartrop, Kamp-Lintfort, Ortsteil Gestfeld, Alpen, Ortsteil Menzelen.

Margret Brüring



Kommentare
03.12.2011
01:41
Mit Radar gegen Raser
von jokilobi | #2

Zur Reduzierung der Verkehrsunfälle mit schwerstem Ausgang sind die Kontrollen wohl eher nicht gedacht, auch wenn das Verkehrsministerium uns dieses als solches verkaufen möchte. Dazu sind die Repressalien in Deutschland einfach nicht ausreichend. Auch die nächtlichen "Tiefflüge" werden so nicht abgestellt werden. Die Radarkontrollen, von denen eh nur ein Bruchteil angegeben sind, dienen m.E. nur der Aufbesserung der Landes- und Gemeindekassen.

02.12.2011
22:38
Mit Radar gegen Raser
von diebels69 | #1

Kleiner Tipp ... jeden Tag lohnt es sich in der Blumenstraße in Wesel-Obrighoven in beide Richtungen. Am besten in Höhe der Einengung Haus Nr 8 ... dort kann fast minütlich beobachtet werden, wie jeder versucht mit höherem Tempo noch vor dem anderen durch die Verengung zu kommen. Manchmal graust es, wie knapp es ist ...

Des Weiteren haben noch immer nicht alle Verkehrsteilnehmer mitbekommen, dass die Baustellenregelung wieder aufgehoben wurde (oder fahren unter Vorsatz) von der Blumenstraße in die Rosenstraße ein. Wohlgemerkt, hier ist die Einfahrt verboten ... man kennt schon die Fahrzeuge und Kennzeichen - es sind immer die gleichen ...

Also, wer Geld machen möchte oder einfach nur den korrekten Verkehrsfluss "überwachen" möchte einfach mal die beiden Punkte in Augenschein nehmen.

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