Mit der Kraft aus der Steckdose

Hünxe..  Die Fahrschul-Akademie- Niederrhein, die ihren Hauptsitz in Hünxe hat, möchte ihre Verwaltung und ihren Fuhrpark nach Lohberg verlagern. Wie Erik Grosser, Inhaber der Fahrschule, gegenüber der NRZ sagte, wolle man sich auf einem Gelände hinter der Feuerwache niederlassen. „Uns ist es wichtig, Verwaltung und Fuhrpark an einem Standort unterzubringen.“ Mit der RAG Montan Immobilien GmbH befinde man sich in den letzten Verhandlungszügen. Diese hätte damit den ersten Investor für das Gewerbegebiet auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lohberg gefunden.

Mit der Ausrichtung hin zu erneuerbaren Energie würde das Unternehmen nach Lohberg passen. Denn die Fahrschule setzt neuerdings auch einen Wagen mit Elektromotor. Deutlich teurer, allerdings ebenso spritsparend wie ein Übungs-Simulator, den Grosser vor der ersten Fahrstunde auf der Straße einsetzt, ist die Anschaffung, die den Fuhrpark der Fahrschule ergänzt: eine Mercedes B-Klasse mit Elektromotor. Schon vor zwei Jahren kaufte Erik Grosser einen E-Smart. „Ich wollte mal testen, wie sich so ein Auto fährt“, erklärt er.

Die Mitarbeiter benutzten den Wagen, um von Filiale zu Filiale zu fahren, Dinge zu erledigen. Jeder sollte die Eigenheiten eines Elektroautos kennenlernen. Denn das fährt sich „ganz anders“, wie Grosser betont: „Vom Start weg hat es sehr viel Kraft, daran muss man sich gewöhnen.“ Diese Erfahrung ermöglicht er nun auch den Fahrschülern.

Grosser bevorzugt, zunächst auf Automatikfahrzeugen zu schulen, damit sich die Fahranfänger in den ersten Stunden nicht auch noch um das Schalten kümmern müssen. So hat auch die 17-jährige Lena das Autofahren erlernt. „Es ist am Anfang schwierig, sich in der Stadt zurecht zu finden“, sagt sie. Dort gebe es schon genug zu beachten, da sei es eine große Erleichterung, zunächst nicht schalten zu müssen. Dass sie einige Stunden Automatik gefahren ist, habe nicht dazu geführt, dass ihr später das Schalten mehr Mühe bereitet hätte. „Sie hatte nicht mehr Fahrstunden als andere“, bestätigt Grosser.

Die Führerscheinprüfung legte Lena nicht im Elektroauto ab, sonst hätte sie fortan nur Autos mit Automatik fahren dürfen. Prüfungstauglich ist das Fahrzeug allerdings, es hat die nötige TÜV-Abnahme. Schüler mit Behinderungen, die auch später im Straßenverkehr auf ein Automatikgetriebe angewiesen sind, haben damit bei Grosser schon ihre Prüfungen erfolgreich bestanden. „Die Prüfer sind auch immer sehr neugierig auf das Auto“, erzählt er.

Aufgeladen wird das Elektroauto direkt an der Fahrschule; während der Mittagspause können die Batterien wieder so viel Kraft tanken, dass der Mercedes noch den ganzen Nachmittag rollen kann. Der Strom kommt dabei aus der eigenen Solaranlage auf dem Dach der Fahrschule. Erik Grosser meint es ernst mit der Nachhaltigkeit – auch wenn er darüber lachen kann, wenn mal ein Fahrschüler den Simulator an seine Grenzen bringt.