Mit Blumenkübeln gegen Wildparker

Nicole Rexforth bepflanzte gestern die Kübel vor dem Rathaus.
Nicole Rexforth bepflanzte gestern die Kübel vor dem Rathaus.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Schermbecker Unternehmen stifteten sieben Riesentöpfe, die künftig vor dem Rathaus stehen. Sieben Bänke sollen dazukommen - Autofahrer haben so künftig gar keine Möglichkeit mehr, auf den Vorplatz zu gelangen.

Schermbeck..  Es begann mit den Osterglocken, die jetzt rund ums Rathaus herum in voller Blüte stehen. Ein Meer von Narzissen, ein Augenschmaus für alle, die vorbeigehen - in den Boden gesetzt von Gemeindemitarbeitern und dem Bürgermeister an einem herbstlich kühlen Freitag nach Feierabend. Winfried Wirtz las von der ehrenamtlichen Aktion in der Zeitung. „Selber etwas für Schermbeck machen - das ist der richtige Weg“, dachte er. Parallel plante die Verwaltung, den Rathausvorplatz mit Pollern und Ketten gegen Wildparker zu schützen. Wäre es nicht schöner mit Blumenkübeln zu arbeiten, überlegte Wirtz. Er schrieb Unternehmer in Schermbeck an und bat um Unterstützung. Das Ergebnis kann man jetzt mit eigenen Augen bewundern. Wirtz freut sich über die Hilfsbereitschaft, die ihm entgegenschlug: „In drei Tagen war alles erledigt.“

Sieben imposante XXL-Blumenkübel thronten da gestern vor dem Rathaus. Darunter standen rund 200 Töpfe mit Blumen und Heckenpflanzen, Geranien, Aubretia, Lorbeermispeln und vielem mehr. Kurze Zeit später wurden die Kübel an die richtigen Stellen gerückt und bepflanzt. Sieben Sitzbänke sollen bald folgen. Der Trick: Alles wird so eng platziert, dass es Autofahrern gar nicht mehr möglich sein wird, auf den Vorplatz zu gelangen. Lediglich für die Feuerwehr bleibt eine Durchfahrt, verschlossen mit einer Kette.

8700 Euro wurden gespart

Gestern allerdings parkte dort noch ein Lkw, vollgepackt mit Blumenerde: 20 Pakete à 70 Liter karrte der Garten- und Landschaftsbau-Betrieb Frank Braun heran. Die Blumen stammen von der Firma Aldenhoff, vertreten durch Bernd Aldenhoff und den kleinen Finn, der von seiner Größe her locker in einem der Riesenbehälter verschwinden würde. Unter den Helfern sind aber noch viele andere, die jeweils 490 Euro für einen Kübel übernahmen. Und auch über die Pflege haben sich Bürgermeister Rexforth und sein Team Gedanken gemacht. Fürs erste übernimmt das der Hausmeister. Künftig werden ehrenamtliche Paten gesucht, die sich um die Blumenpracht kümmern.

Gestern wurde mit den Sponsoren gefeiert. „Schön, dass Schermbecks Unternehmen zu uns stehen“, sagte Mike Rexforth. Die ganze Aktion koste die Gemeinde keinen Cent. Die 8700 Euro, die für die Poller als Parkbremse veranschlagt worden waren, seien ihm ohnehin ein Dorn im Auge gewesen. Die könne man nun einsparen. Auch für die Zukunft hat Rexforth Verschönerungspläne. Wieso nicht auch die Mittelstraße mit Blumen schmücken? „Da ist noch einiges in der Pipeline.“