Mit Allergien ist nicht zu spaßen

Trotz Regen finden Interessierte den Weg zum Allergiemobil – und zu den Beratern Frederic Spinne (links) und Stephan Peters (2. v. l.)
Trotz Regen finden Interessierte den Weg zum Allergiemobil – und zu den Beratern Frederic Spinne (links) und Stephan Peters (2. v. l.)
Foto: Funke Foto Services
Das Allergiemobil des Deutschen Allergie- und Asthmabundes macht Halt in Wesel und berät in Sachen Heuschnupfen und Co. Denn wer sich nicht kümmert, riskiert eine Asthma-Erkrankung.

Wesel..  Die Weseler haben’s mit den Pollen – das lässt jedenfalls die Strichliste der Allergieberater vermuten, die am Dienstagmorgen mit ihrem Allergie-Mobil am Berliner Tor Halt gemacht haben. Keine Stunde hatten Stephan Peters und Frederic Spinne vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) den bunt-beklebten Mini-Van geparkt, da strömten die ersten Passanten an den Info-Stand.

Tierhaare, Lebensmittel, Textilien, Hausstaub, Insekten – die Liste der möglichen Allergien ist lang. Doch den meisten Betroffenen machen die Pollen zu schaffen, die seit Februar wieder durch die Luft wirbeln. Aktuell sorgt die Birke für verstopfte Nasen und juckende Augen.

30 Prozent der Deutschen sind Allergiker

Weil es nicht nur den Weselern so geht, sondern die Zahl der Allergiker immer mehr zunimmt, tourt das Allergiemobil der DAAB pünktlich zum Beginn der Pollensaison durch ganz Deutschland. Immerhin leiden 30 Prozent der Deutschen an Allergien. Dass die Zahl steigt, hat viele Gründe: zum Beispiel veränderte Umwelteinflüsse, Überpflegung des Körpers, schwächere Immunsysteme.

Aber mit einem vermeintlichen Heuschnupfen ist nicht zu spaßen, mahnt Berater Stephan Peters. „Die meisten denken, die zwei, drei Wochen im Jahr überstehen sie auch so.“ Das sei jedoch fatal, aus einer Pollenallergie könne sich schnell Asthma entwickeln. „Deshalb sollten allergische Beschwerden sofort behandelt werden.“

Prick-Test, Epikutan- oder Bluttest

Viele Leute wüssten jedoch erst gar nicht, dass ein gelegentliches Niesen, Magenbeschwerden oder Hautausschläge auch allergische Ursachen haben könnten. Sicherheit bietet ein Allergietest – so wie der Prick-Test, dabei werden verschiedene Flüssigkeiten auf den Arm getropft, die Allergene beinhalten.

Eine weitere Möglichkeit ist der Epikutantest auf dem Rücken oder ein Bluttest. „Wichtig ist, dass eine Diagnose gesichert ist.“ Erst dann könnte die Ursache sicher bekämpft werden, so Peters.

Tropfen statt Spritzen

Um die lästigen Beschwerden und damit die Gefahr vor Asthma loszuwerden, hilft zum Beispiel eine Hyposensibilisierung. „Viele Ärzte behandeln immer noch mit Spritzen. Dabei ist die Tropfenvariante viel patientenfreundlicher“, erklärt der Experte. Denn statt in der Praxis, kann der Allergiker zu Hause die Behandlung selbst durchführen: Drei Jahre lang muss er dafür spezielle Tropfen oder im Fall von Gräserpollenallergien Tabletten einnehmen.

Wer aber eine Allergie einfach hinnimmt, riskiert neben Asthma auch sogenannte pollenassoziierte Kreuzreaktion, kurz Kreuzallergien – plötzlich reagiert der Birkenallergiker auch auf rohe Äpfel. Denn das Immunsystem erkennt oft nach einigen Jahren Ähnlichkeiten zu den auslösenden Stoffen wie eben Birkenpollen.

Offen über Allegien sprechen

Dringenden Handlungsbedarf sieht Berater Peters bei Insektengiftallergien, denn diese könnten – unterschätzt – auch zum Tod führen. Ein Erste-Hilfe-Pack sollten Betroffene unbedingt bei sich führen. „Und man sollte darüber offen im Freundes- und Familienkreis reden. Damit im Falle eines Bienenstichs schnell gehandelt werden kann.“