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Mehr Streifenwagen und heißer Tee

08.01.2010 | 17:27 Uhr
Mehr Streifenwagen und heißer Tee

Kreis Wesel. Kommt Tief Daisy mit aller Macht oder rieseln lediglich ein paar Schneeflocken auf den Niederrhein herab? Eine spannende Frage, die auch heute niemand so recht beantworten konnte.

Für Ulrich Streich vom städtischen Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) in Wesel stand nach dem aktuellen Wetterbericht fest: „Der Schnee kommt auf jeden Fall.” Nur wieviel, das vermochte auch er natürlich nicht zu sagen. Deshalb wurde bei der Lagebesprechung am Freitagmorgen schon mal vom Ernstfall mit reichlich Neuschnee und Schneeverwehungen ausgegangen.

Und das bedeutet in der Praxis: Schon um 4 Uhr beginnt der Streudienst. Egal ob es bereits geschneit hat oder nicht: Es wird vorsorglich gestreut. Das gilt für ein Drittel der Straßen, auf denen üblicherweise Eis und Schnee mit Salz aufgetaut werden. Auf den anderen Fahrbahnen kommt wegen des Salzmangels (die NRZ berichtete) Sand zum Einsatz. Das allerdings erst später. Auch die Fußgängerzone, der Große Markt und der Kornmarkt werden von den ASG-Mitarbeitern freigehalten. Dies muss früh am Morgen passieren, wenn so gut wie niemand unterwegs ist.

Die ASG-Mannschaft tritt wie üblich bei Eis und Schnee mit 13 Leuten plus Einsatzleiter an. Hinzu kommen vier Kräfte, die bei Bedarf alarmiert werden. Der letzte Stand in Sachen Wetter, den Streich verkündete, hört sich gar nicht so problematisch an: Fünf Zentimeter Neuschnee, das allerdings mit Wind. Und es soll von Samstagmorgen bis in den Sonntag hinein durchschneien.

Asche für die Radwege

Das hat den Kreis Wesel dazu bewogen, das diensthabende Team des Bauhofes in Alpen von vier auf acht Mitarbeiter zu verdoppeln. So könne zwölf Stunden Winterdienst nonstop gewährleistet werden, sagt Thomas Palotz vom zuständigen Fachbereich. Wegen des Salzmangels sei man inzwischen dazu übergegangen, die Radwege mit Asche zu streuen.

Auch die Kreispolizeibehörde ist gerüstet. Sie hat deutlich mehr Streifenwagen als sonst im Einsatz, sagt Pressesprecher Jürgen Müller. Damit wolle man die Ansprechbarkeit für die Bürger erhöhen und schneller am Ereignisort sein. Schließlich rechne man im Fall der Fälle mit mehr Hilfeersuchen und Verkehrsunfällen. Die Polizeiwachen werden heißen Tee bereithalten - für die Polizisten, die sich zwischendurch mal aufwärmen müssen, und für Bürger, die etwas melden. Sollte der große Schnee tatsächlich kommen, rät Müller von Autofahrten ab, sofern sie nicht nötig sind. Auch vor dem Hintergrund der Streusalzknappheit sollte unbedingt auf angepasste Geschwindigkeit geachtet werden. Außerdem fährt man mit Abstand und freien Scheiben gut.

Keine speziellen Vorbereitungen meldet die Feuerwehr in Wesel. Es handele sich um einen normalen Dienst, sagte Feuerwehrchef Rudolf Friedhoff. Die Freiwillige Feuerwehr stehe bereit, und die Einsatzfahrzeuge könnten bei Bedarf mit Schneeketten ausgerüstet werden.

Notfunker geben Tipps

Der Notfunk Kreis Wesel, ein Zusammenschluss von 25 Funkamateuren, macht die Wetterwarnung und eventuelle Stromausfälle ebenfalls zum Thema. Auf der Internetseite der Funker wird aufgerufen, die Notfunkfrequenzen freizuhalten. Die Funker sollen ihre Geräte überprüfen und Akkus aufladen sowie Generatoren und Treibstoffvorräte im Auge behalten. „Außerdem kann es nicht schaden, noch einmal einen Blick auf die Checkliste in der Broschüre ,Für den Notfall vorgesorgt' zu werfen, Lebensmittel und Bargeld zu Hause zu haben und das Auto vollzutanken”, so die Funker.

Petra Herzog

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