Marktzeit ist Musikzeit

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Wesel..  Klänge von Mozart, Händel und Bach erfüllten am Samstag den Willibrordi-Dom. Als die große Orgel erklang, waren alle Augen und Ohren nach vorne gerichtet: Über 4675 Pfeifen und 56 Register, also Stimmen, erklangen aus dem 14 Meter hohen imposanten Orgelinstrument. Zwischen donnerndem Fortissimo und weichem Pianissimo war es wieder Zeit für die Musik zur Marktzeit mit Ansgar Schlei an der Orgel.

„Bereits im zehnten Jahr veranstalten wir die Musik zur Marktzeit“, erklärt Domkantor am Willibrordi-Dom und Kreiskantor im Kirchenkreis Wesel Ansgar Schlei. Dabei soll das jeden ersten Samstag im Monat stattfindende, meist halbstündige, kostenlose Konzert einen Einblick in die große Welt der Kirchenmusik gewähren.

Je nach Jahreszeit werden im Dom verschiedene Stücke ausgewählt und gespielt. So werden alte Werke hauptsächlich durch die Orgel, aber auch durch Chöre und Ensembles bis zu 150 Besuchern näher bringt.

Diesmal erklangen die Werke „Ankunft der Königin von Saba aus dem Oratorium Salomon“ von Georg Friedrich Händel und das frühromantische Werk Felix Mendelssohns „Präludium d-Moll und Fuge D-Dur“ sowie Mozarts „Allegro molto“ im Dom. „Es ist schön, wenn wir mit Kirchenmusik Zuhörer jeden Alters erreichen können“, freut sich Schlei, der bereits mit 15 an der Trompete musikalisch aktiv war. Häufig kommen Touristen und Marktbesucher spontan zum Domkonzert.

Nicht zuletzt, weil der Dominnenraum auch architektonisch ein Hingucker sei und den Klang durch seinen Bau noch besser ‘rüberbringe. „Mehr als 8000 Besucher zählen wir seit 2006“, sagt Schlei. Mehr als 50 Stunden Orgelmusik habe man präsentiert und auf der Orgel interpretiert. „Zuhören und bekanntes neu entdecken ist die Devise“, findet der Musikchef des Doms.

„Augen schließen und zuhören“

Schlei selbst studierte evangelische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und Rechtswissenschaften in Göttingen, Hagen und Köln. Im Dezember 2005 folgte der Ruf an seine „Wirkungsstätte“, wie er sie selbst nennt, den Willibrordi-Dom nach Wesel, wo er seit 2006 als Kantor tätig ist. Sein Repertoire an der Orgel reicht von Werken der Renaissance bis in die Gegenwart.

In der einzigartigen Atmosphäre des Doms erklang am Ende die Fanfare D-Dur von Jaques-Nicolas Lemmens und ließ die Besucher mit einem Lächeln zurück.

Ein Weseler Ehepaar aus Obrighoven unter den vielen Zuhörern ist begeistert: „Wir kommen regelmäßig zur Musik zur Marktzeit. Augen schließen und zuhören. Marktzeit ist für uns Musikzeit.“