Mantel aus Stahl schützt Baustelle an Weseler Rheinbrücke

Zwölf dicke und 23 etwas schwächere Pfosten sichern die Baustelle. die Querbalken (vorn) verbinden sie zu einem festen Hindernis.
Zwölf dicke und 23 etwas schwächere Pfosten sichern die Baustelle. die Querbalken (vorn) verbinden sie zu einem festen Hindernis.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Abbrucharbeiten der alten Rheinbrücke in Wesel sind eine technische Herausforderung: Um den Pfeiler abzubauen, geht es tief in den Grund des Flusses.

Wesel.. Sie ist sehr imposant, diese „Leitplanke“ mitten im Rhein: Zwölf stählerne Pfähle, jeder mit einem Durchmesser von 1,20 Meter, tief in den Grund des Rheins gerammt. Sie schützen die Bauarbeiten am Pfeiler der alten Brücke. Weitere Stahlelemente werden die Pfähle miteinander verbinden. „Die Schiffe fahren hier eine Kurve“, erläutert Brückenbauingenieur Franz-Josef Scheuer. „Das Leitwerk soll so stark sein, dass es auch Sechser-Schubverbände abhalten kann.“ Die Baustelle beansprucht Platz. Für die Binnenschiffer wird die Brücke zum Nadelöhr, sie müssen im Gegenverkehr zwischen Baustelle und zweitem Pfeiler der alten Brücke hindurchlavieren. Man arrangiert sich – es passt.

Noch immer ist der Abbruch der alten Rheinbrücke eine technische Herausforderung: Um den Pfeiler abzubauen, sein Fundament stammt noch von der Vorgängerbrücke aus dem Jahr 1911, geht es tief in den Grund des Rheins. Und bis zu elf Meter unter die Wasseroberfläche. „Es darf kein Wasser durch die Spundwände dringen, die Baustelle muss trocken sein“, erklärt Scheuer die Herausforderungen, die in den kommenden Wochen auf ihn zukommen. Allein die Spundwand ist 23 Meter tief, der Großteil davon im Bett des Rheins.

Strompfeiler könnte im Frühling Geschichte sein

Derzeit tragen die rund zwölf Männer auf der Baustelle den Pfeiler in etwa drei Meter Tiefe ab. Je weiter es hinunter geht, umso höher wird der Druck, dem die Spundwand Stand halten muss. „Wir haben eine Pumpe auf der Baustelle und bislang funktioniert es“, sagt Scheuer. Wenn das so bleibt, könnte der Strompfeiler im Frühjahr Geschichte sein. Wenn. „Steigt der Rheinpegel um zwei Meter, säuft die Baustelle ab“, nennt Scheuer eine mögliche Verzögerungsursache. Sämtliche Zeitrahmen sind bislang schon gesprengt worden.

Pfeiler zwei auf der linken Rheinseite dagegen ist unkritisch. Er steht kaum im Weg, wird daher auch keinen Rammschutz benötigen. Er kann noch warten. Derzeit schätzt Scheuer die Gesamtkosten auf am Ende rund zehn Millionen.