„Mama schnallt mich nie an“

Frank Götteng schnallt eine Puppe in einem Kindersitz fest.
Frank Götteng schnallt eine Puppe in einem Kindersitz fest.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum Verkehrssicherheitstag für Kita-Kinder waren bewusst auch Eltern eingeladen.

Wesel..  Es war gut, dass die Mütter und teils auch Väter dabei waren. Auch sie erhielten beim Verkehrssicherheitstag gestern in Flüren interessante Informationen. Da nahmen sie es lächelnd in Kauf, wenn Tochter oder Sohn mal ein wenig „petzten“. Etwa: „Mama schnallt mich nie an, wenn wir losfahren.“

Kinder ab vier Jahren aus vier Kindergärten waren dabei. Außer vom gastgebenden katholischen Kindergarten auch aus dem evangelischen, aus der Elterninitiativ-Tagesstätte Waldkindergarten und aus dem katholischen Kindergarten in Bislich. Verkehrswacht und Polizei trugen dazu bei, sie für ihre Teilnahme am Straßenverkehr zu sensibilisieren.

„Die Kinder nehmen das gut auf“, sagt Kindergartenleiterin Anita Reichardt aus ihrer Erfahrung. Anschnallen oder Helm tragen werden dadurch auch zu Hause verstärkt thematisiert, und die Kinder erinnern ihre Eltern an deren Vorbildfunktion, die Frank Schulten von der Verkehrswacht nachdrücklich von ihnen einforderte.

Die Eltern erfuhren aus eigener Anschauung, dass ihre Kinder im Straßenverkehr einen ganz anderen Blickwinkel haben als sie. Und sie nutzten die Gelegenheit, die Fachleute zu Kindersitzen zu befragen. „Bei all den Tests und Berichten gibt es da oft eine Unsicherheit“, sagt Anita Reichardt. Die Anforderungen an die Kleinen wachsen durch immer mehr Verkehr und speziell dann, wenn Schulen zusammengelegt und Wege länger werden.

Was passiert ohne Helm? Frank Götteng von der Verkehrswacht demonstrierte das mit einem hartgekochten Ei in einem Mini-Helm. Und nach der Vorführung mit dem Gurt-Schlitten schworen die Kinder feierlich, sich im Auto immer an- und niemals abzuschnallen.

Gutes Sehen ist wichtig. Das prüfte Göttengs Kollege Achim Woitek per Sehtest. Aber auch das Gesehen-Werden gehört dazu, weshalb Kindern und Eltern demonstriert wurde, dass Reflektoren an Kleidung und Fahrrad unverzichtbar sind. Nach wie vor beliebt ist die Puppenbühne der Polizei zum Thema . Armin Janzen und Jörg Nitschke, für Verkehrsunfallvorbeugung zuständig, ließen die Puppen agieren.

Anita Reichardt freute sich über eine große Resonanz. Insgesamt könnte, ja müsste sie indes größer sein: „Wenn die Hälfte der Eltern kommt, sind wir schon froh“, so Frank Götteng aus der Erfahrung vieler Verkehrssicherheitstage.