Magnet für junge Frauen

Verkaufsleiter Moritz Schwack (22).
Verkaufsleiter Moritz Schwack (22).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das „Swing“ -Outlet im Schermbecker Gewerbegebiet Im Heetwinkel ist ein Treffpunkt für Modebewusste.

Schermbeck..  Der Herr der Kleider hat zu tun. Die Kollektionspremiere steht bevor, in der Swing-Zentrale Im Heetwinkel summt gepflegte Hektik. Vertriebsleiter Moritz Schwack, 22, brauner Anzug, blaues Hemd, gewinnendes Lächeln, behält den Überblick. Seit drei Jahren steht er in Schermbeck im Dienst der Mode. Ein guter Standort, sagt er. Die Autobahnanbindung an die A3 und A31 ist optimal für Kunden zwischen Rhein und Ruhr. Das deutsche Modelabel Swing hat sich am Niederrhein bestens eingerichtet. Das zeigt sich spätestens am Wochenende.

Zwischen Januar und April, also rund um die Abibälle der Region, herrscht bei Swing Hochbetrieb. Vor allem samstags registrieren Beobachter rund um den Outletstore volksfestähnliche Zustände. Moritz Schwack nickt. „Dann bleibt hier kein einziger Parkplatz frei. Aber auch zwischen Weihnachten und Neujahr war wieder jede Menge los.“

Seit 2005 arbeitet die Zentrale des deutschen Modelabels im Schermbecker Gewerbegebiet. Hier werden europaweit Geschäfte mit Großkunden und Einzelhändlern abgewickelt, Kollektionen für Präsentationen zusammengestellt. Zehn Näherinnen geben den Schaustücken im Untergeschoss den letzten Schliff. Zuvor befand sich der Firmensitz des 1992 gegründeten Unternehmens in Dorsten, berichtet Schwack. Doch die Damenmode des Geschäftsführers und Designers Klaus Preis entpuppte sich schnell als Erfolgsprodukt. Folge: Die Nachfrage stieg, die Produktion wurde aufgestockt - der alte Standort war irgendwann zu klein.

Als ideal entpuppte sich eine ehemalige Marmorfabrik im Schermbecker Gewerbegebiet. Hier gibt es reichlich Platz für Kollektionsräume, Lager, Werkstätten und Büros – und den schönen Marmorboden, den gibt es obendrein dazu. Heute arbeiten Im Heetwinkel mehr als 50 Angestellte und drei Azubis am Vertrieb. Klaus Preis hat sich auf Kleider spezialisiert, entwirft aber auch Hosen und Röcke, „mittleres Preissegment“, sagt Moritz Schwack. Wie in der Branche üblich, bringt das Unternehmen jährlich zwei Kollektionen auf den Markt, die, so Schwack, zu 60, 70 Prozent in Osteuropa angefertigt werden. „Wir versuchen in erster Linie junge Kundinnen zu erreichen“, betont Schwack.

Das scheint im Outlet quer über den Hof perfekt zu gelingen. Noch ist es ruhig in der großen hellen Halle. Am Nachmittag beginnt der Lagervertrieb: geballte Kauflust auf 750 Quadratmetern. Hier gibt’s Restbestände, Retouren und Modelle für wenig Geld. Wer Glück hat, spart bis zu 70 Prozent. Rund 8000 Teile warten auf neue Besitzerinnen, die meisten Stücke sind maximal zwei Jahre alt. Bedeutet: Die Halle ist ein Paradies für große Mädchen.

Der Rundgang führt durch Kleiderstangengänge, vorbei an 28 Umkleidekabinen. Moritz Schwack führt eine Sitzecke mit Autozeitschriften vor. Der Wartebereich für männliche Begleiter. Daneben liegt Spielzeug für die eventuell mitgebrachten Kinder.

Rundherum findet sich alles, was das junge Frauenherz begehrt. Von zarten Röcken über das Cocktailkleid im 50er-Stil bis zu langen Roben. Swings Zielgruppe beginnt bei 16, 17 Jahren – Ende offen, sagt Moritz Schwack und zieht zum Beweis ein Leinenkleid hervor, das auch ältere Semester schmückt. Wenige Meter weiter funkeln stark reduzierte Abendkleider. Im Sommer ergänzen Brautkleider das Angebot.

Moritz Schwack fühlt sich wohl im Kreis Wesel. Er stammt ursprünglich aus Wesel, jetzt ist er aus Düsseldorf wieder zurück in die alte Heimat gezogen.

Für den junge Mann stand die Berufswahl früh fest: Autos oder Mode. Der Modevertrieb ist es dann geworden. „Das hat mich immer interessiert.“