Männer lagen Stripperin "Viper" zu Füßen
15.02.2009 | 18:05 Uhr 2009-02-15T18:05:00+0100
In der Weseler Niederrheinhalle ließen närrische Pinguine die Herrensitzung wieder aufleben.
Niederrheinhalle Wesel, gestern, 13.30 Uhr. Der gesamte Saal besteht aus ausgelassenen Männern, leere Biergläser stehen auf den Tischen. Die Stimmung kocht, Luftschlangen wehen umher. Das Schlager-Duo „Eugen und Akkord Malocher” steht auf dem Laufsteg, aus den Boxen schallt dröhnende Musik. In Wesel fand nach drei Jahren Pause wieder eine Herrensitzung statt, zu der 450 Narren kamen. Das reicht zwar nicht an die Rekordzeiten heran, als rund 1000 Jecken die Niederrheinhalle bevölkerten, doch die Veranstalter um Moderator Peter Anton Becker zeigten sich zufrieden.
„Wir versuchen, in Wesel wieder eine Herrensitzung zu etablieren, die nicht unter die Gürtellinie geht”, so der karnevalserprobte Voerder. In diesem Jahr stand sie ganz im Zeichen des Pinguins - nicht nur, weil die Veranstalter das Dinslakener Narrenkomitee „Pinguine” waren. In Frack und Fliege marschierten die neun Männer zu Anfang auf die Bühne. Der Watschelgang der Südpolbewohner war im Laufe der Sitzung ein „running gag”.
Das routinierte Programm beinhaltete Lustiges ebenso wie die obligatorische Fleischbeschau. Stripperin „Viper” trat fünf Mal auf den Laufsteg, jedes Mal mit weniger Kleidung am Körper. An den Reaktionen aus dem Publikum ließ sich der Verlauf der Sitzung gut ablesen: Waren während des ersten Auftritts nur ein paar verschüchterte Pfiffe zu hören, lag das männliche Publikum der jungen Dame am Ende der fünften Runde zu Füßen. Als „Viper” blank zog, wurden Scheine gezückt, Fotoapparate blitzten, begehrliche Blicke klebten am weiblichen Körper. Der hemmungslose Jubel ebbte erst wieder ab, als die Stripperin mit Kusshänden von der Bühne abtrat.
Zuvor hatten Comedy-Acts wie „Olli der Köbes” oder die Knebel-Kopie Schmitz-Backes auf die Lachmuskeln eingewirkt. Für weitere Stimmungssteigerungen waren die bewegten Programme von Gästen aus dem Rheinland zuständig. Die „Westerwaldsterne” aus Uckerrath überzeugten mit artistischen Einlagen und Aufsehen erregenden Menschenpyramiden.
Für erhöhten Tanzbedarf waren die linksrheinischen Nachbarn des Musikzugs Rot-Weiß Hürth zuständig. Bei ihrem Auszug hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Die Generalprobe für den Sessions-Höhepunkt in der nächsten Woche kann als gelungen bezeichnet werden. (else)
10:34
Liebe Redaktion,
als 1. Vorsitzender der Pinguine möchte ich mich zunächst für den wirklich gelungenen Bericht über unsere gestrige Herrensitzung bedanken. Allerdings habe ich eine Anmerkung: Da wir stets viel Wert auf Seriosität legen ist es uns sehr wichtig darauf hinzuweisen, das unser Nummerngirl Viper keinesfalls blank gezogen hat. Auch die von ihnen zitierte obligatorische Fleischbeschau sollte durch die gewählte Formulierung keinen übergeordneten Stellenwert im Rahmen des gesamten Programms erhalten.
Wir bieten ein gemischtes Programm aus Show und Karneval, gewürzt mit einem wohldosierten Schuss Erotik.
Viele Grüsse nach Wesel,
Jörg Köster