Lydia Hartmann zeigt Schmuck mal ganz anders

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Wesel..  40 Werke unter dem Titel „Schmuck, der aus dem Rahmen fällt“ sind jetzt und noch bis Mitte September sind im Marien-Hospital zu sehen. Die gerahmten Stücke der Weseler Schmuckmacherin Lydia Hartmann geben im Foyer und im Verwaltungsgebäude (Haus 1) des Krankenhauses Einblick in die Vielfalt ihres kreativen Schaffens. In ihren Arbeiten verbindet Lydia Hartmann klassische Schmuckmaterialien wie Glasperlen, Silber und Halbedelsteine mit Materialien die ihren Ursprung nicht im Schmuckbereich haben. Industriell gefertigtes wie Gummi und Kunststoff, aber auch Natürliches wie Kohle, Holz und getrocknete Früchte spielen dabei eine Rolle.

Vielfach zunächst irritierend, bei genauem Betrachten umso faszinierender, entwickeln sich die verschiedenartigen Werkstoffe zu einer harmonischen Komposition und geben genügend Raum sich mal puristisch, mal verspielt zu ergänzen. Interessantes, Schönes und ein wenig Schräges – eben Schmuck, der aus dem Rahmen fällt.

Als Kind der 50er Jahre, in denen eigenes Spielzeug nicht selbstverständlich war, musste Lydia Hartmann beim Spielen Fantasie entwickeln. Der elterliche Küchentisch war für sie der Nabel der Welt. Dort wurden gemeinsame Mahlzeiten eingenommen, Familienangelegenheiten besprochen, Geschichten erzählt. Es wurde gebastelt, repariert und genäht. Hier liegt der Ursprung ihrer Kreativität. Eine besondere Anziehung übte auf sie die Knopfdose ihrer Mutter aus. Kein Utensil war vor ihr sicher. Schnallen, Gardinenringe, Knöpfe und andere Kleinteile wurden zweckentfremdet und zu kuriosem Schmuck verarbeitet. Heute noch ist ein großer Tisch Zentrum ihres kreativen Schaffens inmitten ihres Wohnateliers in der Weseler Baustraße.