Leistungstest und Kameradschaftspflege

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Wesel..  Mit Helm, Stiefeln und voller Ausrüstung simulierten sie einen Löschzug - Rund 520 Feuerwehrleute zwischen 17 und 60 Jahren tummelten sich am Samstag im Weseler Auestadion. Natürlich nicht zeitgleich. „Das ist ein fließender Prozess, damit die Grundversorgung in den Städten gegeben ist“, so Rainer Gellings, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Wesel. Der Grund: Leistungsnachweise. Dieses Angebot gibt es einmal jährlich vom Kreisfeuerwehrverband, in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet von der Feuerwehr Wesel. Feuerwehrmänner und -frauen aus dem ganzen Kreis kamen zusammen um in vier Disziplinen ihr Können zu beweisen. Dazu traten sie in Mannschaften mit jeweils 9 Personen an. Auch Mannschaften aus Duisburg und Oberhausen nahmen teil.

Die erste Disziplin war der feuerwehrtechnische Übungsteil: Auf einem 90 Meter langem Stück auf den Parkplätzen am Auesee nahmen die Mannschaften einen Löschangriff vor. Die einzelnen Positionen wurden per Los zugewiesen: Wassertrupp, Schlauchtrupp oder Angrifftrupp. Das Ziel: Eine Leitung mit der drei Rohren legen um im Anschluss zu „löschen“ - mit dem Wasserstrahl wurden Blechschilder solange fixiert, bis sie umklappten. Dafür gab es ein Zeitlimit von fünf Minuten. An der nächsten Station sollten die Feuerwehrleute ihre Sportlichkeit bei einem Staffellauf unter Beweis stellen. Jedes Mannschaftsmitglied musste 50 Meter rennen, der Staffelstab war ein Strahlrohr. Auch hier musste alles in straffen zwei Minuten gemeistert werden.

100 Helfer und 24 Schiedsrichter

Zudem gab es eine Station, an der Knoten und Stiche überprüft wurden. In diesem Jahr standen der Rettungsknoten zum Abseilen, der Mastwurf um Gegenstände zu befestigen sowie der Schotenstich, mit dem man Seile unterschiedlicher Dicke verknüpft, auf dem Plan. Zum Schluss musste jeder Teilnehmer schriftlich drei Fragen beantworten: Darunter fachspezifische Fragen, aber auch welche zum politisches Allgemeinwissen. An jeder Station wurden die Fehler von Schiedsrichtern gezählt.

Maximal 10 Fehlerpunkte durfte eine Mannschaft sich insgesamt erlauben um noch zu bestehen. Am Ende wurde keine Rangfolge bestimmt – jeder Teilnehmer, der bestanden hatte, bekam eine Urkunde und ein Abzeichen. „Ziel ist es, dass sich die Teilnehmer noch einmal intensiv mit den Methoden beschäftigen“, so Gellings. Schön sei auch, dass bei diesen Treffen Kameradschaftspflege und ein gegenseitiger Austausch stattfinde – bei Würstchen vom Grill und Getränken.

Die Vorbereitungen waren mit viel Aufwand verbunden: Ein dreiviertel Jahr plante die Feuerwehr Wesel. Ein großer Dank gelte den Behörden dafür, dass alles reibungslos geklappt habe, so Gellings. „Wir haben Glück, dass wir hier in Wesel solche Flächen haben.“ 100 Helfer und 24 Schiedsrichter waren am Samstag dabei. Am Freitag wurde alles aufgebaut, zwei Helfer übernachteten vor Ort um aufzupassen. Morgens um halb 8 gingen die ersten Mannschaften an den Start, gegen 18 Uhr war die Veranstaltung zu Ende. Auch in den kommenden vier Jahren wird die Feuerwehr Wesel Veranstalter sein.